Mehr oder doch weniger

22. Mai 2001, 16:29
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UEFA-Cup und Champions League werden wieder einmal reformiert

Dortmund - Offiziell will niemand vom europäischen Fußballverband werden, doch am Rande des UEFA-Cup-Finales zwischen Liverpool und Alaves in Dortmund wir laut gemunkelt. Champions League und UEFA-Cup werden wieder einmal reformiert. Und die "G-14" werden sich nächste Woche vor dem Finale Bayern München gegen Valencia treffen, um doch wieder über einen eigenen Wettbewerb der "Großen (Geldgierigen) 14" zu tüfteln.

Die Zwischenrunde als Kropf des Bewerbs

Die Fakten: Den Deutschen ist die Belastung in der Champions League zu hoch. 17 Spiele bis zum Finale sind ihnen zu viel. Die Zwischenrunde ist überflüssig wie ein Kropf. Die Südeuropäer aber drängen auf mindestens 19 Spieltage. Intern werden bei der UEFA die verschiedensten Modelle geprüft, denn an Einfluss will der Dachverband nicht verlieren. Deshalb werden einem Modell mit nur 13 Spielen (keine Zwischenrunde, dafür ein zusätzliches Achtelfinale im K.o.-System) wenig Chancen gegeben. Die "G-14" würden die gewonnenen Spieltage nutzen, um ein eigenes Einladungsturnier zu installieren. Jetzt, da Medienzar Silvio Berlusconi (AC Milan) italienischer Regierungs-Chef wird, ist aus dieser Ecke einiges zu erwarten.

Rückkehr zum wirklichen Cup der Meister?

Ein ernsthaft diskutiertes Denkmodell ist, die Champions League wieder auf 24 Mannschaften zu reduzieren und in vier Gruppen eine Meisterschaft auszuspielen. Vor allem soll es wieder ein Cup der wirklichen Meister werden. Das würde pro Verein zehn Spiele bedeuten. Mit anschließendem Viertel- und Halbfinale käme man auf 15.

Gruppenspiele für den UEFA-Cup

Fest steht, dass die TV-Übertragungen in Zukunft flexibler gestaltet werden. Dass RTL etwa Leeds - Valencia zeigen muss, aber Real Madrid - Bayern München nicht zeigen darf, soll ausgeschlossen werden. Ausgeschlossen werden soll auch, dass der Dritte einer Champions-League-Gruppe noch verspätet in den UEFA-Pokal rutscht. Denn auch dieser Wettbewerb steht vor einer Reform. Wahrscheinlich wird der UEFA-Cup demnächst mit 128 Mannschaften gestartet. Es gibt zwei k.o.-Runden, die verbleibenden 32 Mannschaften tragen dann, wie in der Champions League, Gruppenspiele aus und haben damit, einschließlich der K.o.-Runden, fünf Heimspiele und fünfmalige TV-Einnahmen garantiert. Nach den Gruppenspielen würde es mit dem Viertelfinale weitergehen. Bis zum UEFA-Cup-Sieg wären dann 15 Spiele notwendig. Liverpool und Alaves bestreiten in Dortmund ihr 13. Spiel im laufenden Wettbewerb.

Entschieden werden können Reformen jedweder Art nur durch das Exekutivkomitee der UEFA. Geplant ist, die Reform der Europapokale auf die Tagesordnung des Treffens im Dezember zu setzen. Die angestrebte Reform der Champions League ist die sechste seit der Umbenennung des Europapokals der Landesmeister und der erstmaligen Austragung in der Saison 1991/92. (sid/red)

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