Europäischer Ring von Traditionscafés entsteht

16. Mai 2001, 20:53
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Wiens Kaffeehäuser werden von Espressos bedroht

Wien - Wie das mit der EU-Förderung aussehen könnte, ist Maximilian Platzer nicht ganz klar. "Ich sehe das eigentlich nicht, dass die EU Geld gibt und wir uns zurücklehnen", erklärt der Fachgruppenvoristzender der Wiener Kaffeehäuser. Dennoch wäre der Beitritt der historischen Wiener Kaffeehäuser zur nun europaweiten Schutzgemeinschaft "Locali storici d'Italia" ein wesentlicher Schritt, um das Überleben auch in Wien zu sichern.

Darum war Platzer vergangene Woche in Padua - als Chef des "Weimar" - der 150-Mitglieder-Gruppe beigetreten. 40 weitere Wiener Cafés, schätzt er, könnten folgen.

"Das Kaffeehaussterben wegen Nachfolgermangel haben wir im Griff", referiert Platzer, "wir stehen aber vor einer Espresso-Welle." Internationale Ketten drängen auf prominente Plätze in der Stadt. Platzer verweist etwa auf das ehemalige Café Kammerspiele.

Das Interesse an einer Vereinigung, die gewisse Qualitäts- und Servicestandards vorschreibt, sei bei den Kollegen in den traditionellen Wiener Etablissements groß, meint Platzer - aber sicher nicht, weil in Padua auch darüber nachgedacht wurde, wie und ob es EU-Gelder zur Kaffeetraditionssicherung geben könnte. (rott)
(DER STANDARD, Printausgabe, 17.5.2001)

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