Geld sparen mit dem Euro

16. Mai 2001, 21:30
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Ab 1. Jänner 2002 werden einige Strafen und Gebühren in Wien billiger

Wien - Jetzt ist es amtlich - in Wien werden einige Strafen dank des Euro billiger. Mit einem Gesetz, dem so genannten "Wiener Euro-Umstellungsgesetz-Umweltschutz", werden vier andere Gesetze der kommenden neuen Währung angepasst: Die Strafen für Verstöße gegen das Wiener Naturschutzgesetz, das Wiener Nationalparkgesetz, das Wiener Baumschutzgesetz und das Wiener Artenhandelsbegleitgesetz werden auf Euro umgestellt. Die Änderungen wurden bereits im Landesgesetzblatt Nr. 53/2001 kundgemacht.

Da bei Strafbestimmungen für je 100 Schilling sieben Euro eingesetzt werden, stehen künftig beispielsweise statt 10.000 Schilling 700 Euro oder statt 300.000 Schilling 21.000 Euro im jeweiligen Gesetz. Wirksam werden die Änderungen mit 1. Jänner 2002.

Die Umrechnungsformel 100:7 gilt bei den Gesetzesänderungen in Wien aber nur für die Umstellung bei Strafbestimmungen. Die Strafen werden damit ein wenig billiger, da ja die "normale" Umrechnung für 100 Schilling 7,27 Euro ausmacht.

Der Euro wirft auch bei den Wiener Kurzparkzonen-Scheinen seine Schatten voraus. Auch hier wird abgerundet. Nach einer derzeit in Ausarbeitung befindlichen Verordnung soll nach der Euroeinführung im kommenden Jahr das Abstellen eines Kraftfahrzeuges in der Kurzparkzone für die halbe Stunde 0,40 Euro (5,50 Schilling), für die volle Stunde 0,80 (11,01 Schilling) und für eineinhalb Stunden 1,20 Euro (16,50 Schilling) kosten. Der violette Zehn-Minuten-Parkschein bleibt weiterhin gebührenfrei. Derzeit zahlt man für den Parkschein in Wien für eine halbe Stunde sechs Schilling, für die volle zwölf und für eineinhalb Stunden 18 Schilling.

Anders ist es bei der Umstellung von allen anderen Bestimmungen mit Schillingbeträgen - sie sind nach dem festgelegten Umrechnungskurs (ein Euro entspricht 13,7603 Schilling) umzurechnen. Hier kann nur in Einzelfällen eine "Glättung" wie bei den Strafbestimmungen erfolgen, wenn etwa bei Verwaltungsabgaben und Barzahlung eine exakte Umrechnung wenig zweckmäßig wäre. So jedenfalls will es das Gesetz.

Diese Preisnachlässe bei Strafen und Parkgebühren könnten die zuletzt wieder positive Stimmung der Österreicher dem Euro gegenüber noch verstärken. Beim jüngsten, im Auftrag der EU erstellten Eurobarometer erklärten sich immerhin 53 Prozent aller Österreicher mit der Einführung der neuen Währung (am 1. Jänner 2002) einverstanden. (APA/chr)
(DER STANDARD, Printausgabe, 17.5.2001)

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