Rund 20.000 Ungarn bei Schweizer Holocaust-Fonds anspruchsberechtigt

16. Mai 2001, 18:31
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Zwangsarbeiter, Flüchtlinge und deren Nachfahren betroffen

Budapest - Rund 20.000 Ungarn sind als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungen oder als deren Nachkommen berechtigt, Ansprüche an den im Vorjahr gegründeten Holocaust-Entschädigungsfonds der Schweizer Banken zu erheben, teilten Vertreter der jüdischen Opferorganisation Claims Conference am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Budapest mit. Der überwiegende Teil der Anspruchsberechtigten entfällt auf ehemalige Zwangsarbeiter sowie auf Flüchtlinge beziehungsweise deren Nachfahren, erklärte die Leiterin des Budapester Büros der Claims Conference, Judit Szekely.

Weltweit dürften mehrere hunderttausend Holocaust-Opfer in den Genuss von Entschädigungszahlungen aus dem mit 1,25 Milliarden US-Dollar (1,41 Mrd. Euro/19,5 Mrd. S) dotierten Fonds kommen. Die Schweizer Banken riefen diesen ins Leben, nachdem sie von Holocaust-Überlebenden in den USA verklagt worden waren. Dabei ging es um die Rückzahlung jener Summen, die den Schweizer Banken infolge der massenhaften Ermordung jüdischer Konteninhaber unter dem Nationalsozialismus in Deutschland und den von Deutschland okkupierten Gebieten zugefallen waren. (APA/dpa)

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