Rennen um die AUA-Führung

17. Mai 2001, 12:27
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Zweite Führungsebene wird sich bewerben - Massive Verluste im ersten Quartal

Wien - Obwohl ÖIAG-Chef Johannes Ditz für sein Begehren, die AUA-Führung vorzeitig abzulösen, noch keinen Aufsichtsratsbeschluss hat, werden bereits Nachfolger für Herbert Bammer und Mario Rehulka kolportiert. Ditz wünscht sich wie berichtet einen Generaldirektor, einen Finanzvorstand und eventuell einen dritten Vorstand.

Aus der Umgebung von Finanzminister Karl-Heinz Grasser war bereits zu hören, dass Helmut Draxler, der noch bis Ende Juli Generaldirektor der ÖBB ist, an die AUA-Spitze gehievt werden sollte. Sehr wahrscheinlich wird sich auch die zweite Führungsebene der AUA bei einer eventuellen Neuausschreibung beteiligen. Dazu zählen der Chefpilot Walter Bock, Personalchef Hans Lob, Finanzchef Fritz Otti, Netzwerkmanager Wolfgang Prock-Schauer, Verkaufsleiter Rainer Walther sowie der für das Chartergeschäft verantwortliche Herbert Koschier.

Ambitionen aus dem Ausland könnte auch der bei der Lufthansa für das Netzwerkmanagement zuständige Ralf Teckentrup haben. Ähnliches gilt für den Lufthansa-Vertriebsvorstand Thierry Antinori, der bis zum Vorjahr im Aufsichtsrat der Lauda Air war.

Auch den Schweizer Alain Bandle, der erst im März in den AUA-Aufsichtsrat gewählt wurde, soll es in eine operative Führungsposition drängen. Dem als Jobhopper bekannten Bandle werden in der Branche allerdings wenig Führungsqualitäten eingeräumt. Dasselbe gibt für den 37-jährigen Auslandsösterreicher Carl Michel, der bis Ende 2000 Verkaufschef bei British Airways (BA) und davor Chef der BA-Tochter Deutsche BA war. Er musste aber im Vorjahr das Unternehmen verlassen. Die Deutsche BA ist unter seiner Führung nie aus den roten Zahlen gekommen.

Dem Ex-Tyrolean-Chef Fritz Feitl werden zwar nach wie vor Ambitionen nachgesagt, doch dürften diese aufgrund seiner hohen Abfertigungs-und Pensionsbezüge von 58 Mio. S nicht fruchten. Außerdem entspreche er nicht dem Wunsch nach jüngerem Nachwuchs.

Quartalsergebnis

Die anhaltend hohen Kerosinpreise und die Vollkonsolidierung der Lauda Air lasten auf dem AUA-Ergebnis im ersten Quartal. Operativ flog die Gruppe einen Verlust von 51,9 (erstes Quartal 2000: minus 22,3) Mio. EURO ein. Gleichzeitig sieht die AUA aber auch einen Silberstreif am Horizont: Die Straffung des Konzerns werde fortgeführt, und das sollte im zweiten Halbjahr 2001 schon deutliche Synergien bringen. Das Ergebnis vor Steuern lag im ersten Quartal bei minus 61,1 (erstes Quartal 2000: minus 34,2) Mio. EURO. Ausschlaggebend dafür sei die Lauda Air, die durch ihr Chartergeschäft die Saisonalität verstärkt habe. Zudem hat die Gruppe mit zwei (zehn) Mio. EURO auch deutlich weniger Erlöse aus Anlagenverkäufen erzielt. Bereinigt um diese Gewinne lägen die Ergebnisse des ersten Quartals im Plan, heißt es in der Aussendung.

Die Lauda wurde mit 115,8 Mio. EURO Betriebsleistung und mit Betriebsaufwendungen von 126,6 Mio. EURO in die Konzernbilanz eingestellt. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 17.5.2001)

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