Herbert Boeckl in großer Werkschau im Belvedere

16. Mai 2001, 17:17
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21 Gemälde für die Sommersaison

Wien - Dem Expressionisten Herbert Boeckl (1894 - 1966), einem der großen österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts, widmet die Österreichische Galerie Belvedere eine vom 17. Mai bis 2. September geöffnete Ausstellung. Alle 21 Werke, die das Belvedere von ihm besitzt und mit denen auch ein repräsentativer Einblick in sein Schaffen anhand von Hauptwerken geboten werden kann, werden gezeigt.

Herbert Boeckl, am 3. Juni 1894 in Klagenfurt geboren, scheiterte 1912 beim Versuch an die Akademie der bildenden Künste in Wien aufgenommen zu werden, deren Rektor er dann 1945/46 war. Er nahm an der Technischen Hochschule in Wien ein Studium der Architektur auf und wurde Privatschüler bei Adolf Loos. Über Loos kam er auch noch vor dem ersten Weltkrieg mit der Wiener Künstlerszene in Kontakt, machte Bekanntschaft mit Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Schiele war es auch, der Boeckl 1918 zu einem Vertrag mit dem Wiener Kunsthändler Gustav Nebehay verholfen hat.

Die ersten Bilder erwarb die Österreichische Galerie, als Boeckl 1927 in der Wiener Secession seinen ersten Ausstellungserfolg feierte. Das früheste Bild stammt von 1915, ein Bildnis des Kunsthistorikers Bruno Grimschitz und späteren Direktors der Österreichischen Galerie. Die Freundschaft der beiden geht auf das Kriegsjahr 1915 und einer gemeinsamen Zeit als Frontsoldaten zurück.

Aus seiner ersten stark expressionistischen Schaffensperiode hat die Österreichische Galerie wesentlichen Arbeiten ("Altberliner Häuser" 1922, "Selbstbildnis", 1923 oder den "Sommerabend am Klopeinersee", 1922). "Stilleben mit totem Perlhuhn" (1929) steht für die intensiver werdende Beschäftigung mit dem Stilleben, neben der Landschaft ein zentrales Thema im Oeuvre von Boeckl. Die Österreichische Galerie verfügt mit der 1931 entstandenen "Anatomie" über ein weiteres Schlüsselwerk. Aber auch Beispiele für das religiöse Werk aus der letzten Schaffensperiode sind vertreten. (APA)

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