Salzburger: Bund hat finanzielle Hilfestellung noch nicht bereitgestellt

16. Mai 2001, 16:22
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14,4 Millionen Schilling waren zugesagt

Salzburg - Der Salzburger Landtag appelliert an den Bund, seine finanziellen Zusagen nach der Brandkatastrophe am Kitzsteinhorn, bei der am 11. November vergangenen Jahres 155 Menschen ums Leben kamen, einzuhalten. Die versprochenen 14,4 Millionen Schilling (1,046 Mill. Euro) seien bis jetzt nicht in der Gemeinde Kaprun angekommen, im Ausschuss des Landtages festgestellt.

Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit der Bitte heranzutreten, warum die nach dem Unglück im vergangenen Jahr versprochene finanzielle Hilfestellung bisher nicht in der verhandelten Form geleistet wurde. Außerdem sollen unter Einbindung der Gemeinde, des Fremdenverkehrsverbandes und der Kapruner Gletscherbahnen Verhandlungen aufgenommen werden, damit die versprochenen und erforderlichen finanziellen sowie strukturellen Maßnahmen zur Abfederung der Spätfolgen, die das Unglück in Kaprun auf die betroffene Region hatten und haben, rasch in die Tat umgesetzt werden.

Es wurden bisher von der Österreich-Werbung zwei Millionen und 1,7 Millionen Schilling von der SLT zur Verfügung gestellt, die aber für bestimmte Leistungen zweckgebunden sind. Der Rückgang an Nächtigungen in der Region Kaprun betrug 20 Prozent gegenüber der vorangegangenen Saison, die Gletscherbahnen, an denen der Fremdenverkehrsverband beteiligt ist, können keine Dividende zahlen. Daher fehlten im aktuellen Budget des Verbandes 3,3 Millionen Schilling.

Obwohl sich der Fremdenverkehrsverband unter Hinweis auf die fehlenden 14,4 Millionen Schilling direkt an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gewandt habe, erfolgte keine Antwort seitens des Bundes zur Klärung der Situation. SPÖ-Klubvorsitzender Walter Thaler kritisierte, dass der Bund auch zugesagt habe, die Welttourismusspiele in Kaprun abzuhalten. Kürzlich habe Bundeskanzler Schüssel zu diesem Thema aber mitgeteilt, dass der Bund seinen finanziellen Zuschuss auf drei Tranchen verteilt bezahlen will und die Gemeinde die Veranstaltung vorfinanzieren müsste. Dies bedeute quasi das Aus, meinte Thaler. (APA)

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