Palästinenserin musste an israelischem Kontrollposten gebären

16. Mai 2001, 16:15
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Trotz Wehen keine Passiererlaubnis

Gaza/Bethlehem - Eine Palästinenserin hat an einem israelischen Kontrollposten bei Bethlehem im Westjordanland vor den Augen israelischer Soldaten ein Kind zur Welt bringen müssen. Wie Augenzeugen in der Nacht auf Mittwoch berichtete, hatten der Ehemann und die Eltern die Frau ursprünglich in die Geburtsklinik bringen wollen. Die israelischen Soldaten ließen die Frau, die bereits heftige Wehen hatte, jedoch nach Aussagen der Familie trotz ihrer Bitten nicht passieren, so dass ihre Tochter an dem Kontrollposten am Straßenrand geboren wurde.

In Bethlehem betreibt der Malteserorden seit 1990 ein Krankenhaus mit einer Geburtsstation, in der arme Patientinnen auch umsonst entbinden können. Einen ähnlichen Fall hatte es bereits im vergangenen Oktober in El Bireh bei Ramallah gegeben. Damals gab die Frau ihren an dem Kontrollposten geborenen Sohn den Namen "Tuk" (enges Halsband). Der Name solle an die israelische Besatzung erinnern, die den Palästinensern die Luft abschnüre, sagte die Mutter. (APA/dpa)

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