SPÖ erwartet "turbulente" Sitzung des Unterrichtsausschusses

16. Mai 2001, 14:58
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Antoni kündigt auch eigenen Antrag zur Politischen Bildung an

Wien - Nicht nur die Einführung von Verhaltensvereinbarungen spaltet Regierung und Opposition vor der Sitzung des parlamentarischen Unterrichtsausschusses am Mittwoch. SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni kündigte an, einen eigenen Antrag zum Fach "Politische Bildung" einzubringen. Demzufolge müsse dieses bereits ab der fünften Schulstufe in allen Schultypen eingeführt werden und nicht erst ab der siebenten und achten Klasse AHS bzw. im berufsbildenden Schulwesen. Die Ausschuss-Sitzung werde "turbulent" werden, vermutete Antoni.

Der Unterricht über nationale, internationale, politische, wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklungen müsse so früh wie möglich beginnen, forderte Antoni gegenüber der APA. Mit der viel zu späten Einführung erst in den beiden letzten Schuljahren betreibe die Regierung eine "Schaufenster-Politik". Weiters müssten endlich auch Fragen der Lehrerausbildung und des Lehrplans angesprochen werden: "Wer soll denn 'Politische Bildung' unterrichten, was steht im Lehrplan drinnen?", fragte Antoni.

In der Oberstufe der AHS gibt es - im Gegensatz zu den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sowie den Polytechnischen Schulen - bisher keinen Pflichtgegenstand "Politische Bildung". Dieses Manko sollte durch den Regierungsentwurf nun behoben werden, indem der bisherige Gegenstand "Geschichte und Sozialkunde" adaptiert und in der 7. und 8. Klasse AHS "Geschichte und Politische Bildung" heißen sollte. Ein neuer Lehrplan sollte mit 1. September 2002 in Kraft treten.

Ebenfalls umstritten ist die Überführung des Schulversuches zur Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Polytechnischen Schulen ins Regelschulwesen. Hier fordert die SPÖ eine Ausweitung auch auf berufsbildende Schulen, Berufsschulen und AHS. Auch die Organisation "Integration:Österreich" spricht von einer "Schmalspurvariante", außerdem stünden im kommenden Schuljahr viel zu wenige Polytechnische Schulen zur Verfügung. (APA)

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