Musiker erstreben de-facto-Quote für heimische Musik im Radio

17. Mai 2001, 13:37
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Gewerkschaft analysierte: Ist 19 Prozent, Soll 38.

Wien - Mittwoch Vormittag präsentierten österreichische Musiker ihre Stellungnahme zum Entwurf der Rundfunkgesetznovelle anlässlich eines Pressegespräches in Wien. Was sie erstreben, ist eine Verdopplung ihres Anteils an den Playlists der heimischen Radiostationen, ohne eine explizite Quote zu fordern: "Quote hat bei uns so einen negativen Beigeschmack. Wir wollen aber etwas Positives: Die Erreichung europäischer Standards."

Gemäß den Zahlen, die Paul Skrepek, der Präsident der Sektion Musik in der heimischen Gewerkschaft, vorlegte, liege der Anteil heimischer Musik im ORF-Radio mit 19 Prozent weit unter Vergleichswerten anderer europäischer Staaten (etwa Deutschland 29, Finnland 44, Griechenland 60). In Frankreich und Portugal, wo es eine verpflichtende Quote gebe (in Frankreich sogar für private Rundfunkanstalten), betrage der Heim-Anteil 56 bzw. 50 Prozent. Um auf den EU-Durchschnitt von derzeit 38 % zu kommen, sei also eine Verdopplung des österreichischen Musik im ORF-Radio erforderlich.

Neben dem Vorschlag, die "Soll"- Bestimmungen über den Programmauftrag des ORF eindeutiger zu formulieren, soll nach dem Willen der Musiker ein klarer Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Anteile heimischer Musik verpflichtend festlegen.

Vor allem in der Diskussion über den öffentlich-rechtlichen oder kommerziellen Charakter der ORF-Radio-Sender Ö3 und FM4, die auf Grund einer diesbezüglichen EU-Anfrage wieder höchst aktuell geworden sei, trage "ein klares Bekenntnis zu unverwechselbar österreichischer Programmgestaltung" dazu bei, dass dem ORF bei allfälliger EU-Prüfung "die Finanzierung durch Hörer- und Sehergebühren weiterhin erlaubt" werde. (APA)

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