Albaner-Rebellen ignorieren Ultimatum Skopjes

16. Mai 2001, 14:48
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Gefechte zwischen Armee und UCK - Waffen in Albanien beschlagnahmt

Skopje/Tirana - Die albanischen Rebellen der so genannten "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) ignorieren das Ultimatum der mazedonischen Regierung und haben sich am Mittwoch im Norden des Landes neue Gefechte mit der Armee geliefert. Die neue Allparteienregierung in Skopje hat den Rebellen bis Donnerstag Zeit gegeben, "das Land zu verlassen oder ihre Waffen niederzulegen".

Nach Angaben von Militärsprecher Oberst Blagoje Markovski beschossen Rebellen in Slupcane und Opaje in der Kumanovo-Region mazedonische Polizeiposten mit Maschinengewehren. Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert. Markovski wertete das Gefecht als Zeichen für die Entschlossenheit der militanten Separatisten, das Ultimatum der Regierung für die Räumung der Region verstreichen zu lassen. Danach würden die Regierungstruppen eine Offensive zur "Eliminierung" der Rebellen von Kumanovo beginnen, drohte der Oberst. Ein Vertreter der UCK erklärte, man werde sich dem Ultimatum nicht beugen. Die Haltung der UCK sei unverändert. Wenn die Armee angreife, dann werde entsprechend geantwortet.

In Skopje wurde noch am Nachmittag eine EU-Delegation unter Leitung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh erwartet. Ministerpräsident Ljubco Georgievski hat die Forderung der albanischen Partei der Demokratischen Prosperität (PDP) nach Gesprächen mit den UCK-Rebellen zurückgewiesen. Er erklärte, die Integrität des mazedonischen Staates sei gefährdet durch Kräfte, die mit "Teilen unseres Gebiets einen neuen Staat" auf dem Balkan schaffen wollten.

Der suspendierte Stabschef des Kosovo-Schutzkorps, Gezim Ostreni, hat sich nach Mazedonien abgesetzt, um das Kommando der UCK zu übernehmen, wie in Pristina bekannt wurde. Wegen des Verdachts von Kontakten zu extremistischen Kräften in Mazedonien war Ostreni von der UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) suspendiert worden. Das Schutzkorps ist die legalisierte zivile Nachfolgeorganisation der "Kosovo-Befreiungsarmee" (UCK) im Kosovo.

Serbische Einheiten brachen am Dienstag den Widerstand der Albaner-Rebellen im Dorf Oraovica im Presevo-Tal in Südserbien und vertrieben die Rebellen von dort. Der Kommandant der serbischen Truppen in der Region, General Ninoslav Krstic, sagte, die Rebellen hätten die Ortschaft Oraovica verlassen. Jugoslawische Soldaten seien in den Ort eingerückt.

In Albanien sind mittlerweile Waffen für die albanischen Rebellen in Mazedonien beschlagnahmt worden. "Die Beschlagnahmung im Hafen von Durres zeigt unsere Bemühungen im Kampf gegen jede Art von illegalem Handel", berichtete der albanische Polizeichef Bilbil Klosi am Mittwoch in der Regierungszeitung "Zeri i Popullit". Die Polizei habe in einem Schweizer Lastwagen, der aus Italien gekommen war, elf automatische Gewehre, Nachtsichtgeräte, Funkgeräte, kugelsichere Westen und Munition gefunden. Der 46-jährige Fahrer, ein kroatischer Staatsbürger, der als Gastarbeiter in der Schweiz arbeitet, sei festgenommen worden. (APA/AP/Reuters)

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