Sammelbewegung "Margherita" wird zur Partei

16. Mai 2001, 14:23
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Wahlniederlage reduziert Zersplitterung im Mitte-Links-Block

Rom - Die Niederlage bei den italienischen Parlamentswahlen am Sonntag hat beim Mitte-Links-Block "Ulivo" (Ölbaum) offenbar einen heilsamen Schock ausgelöst und dessen Zersplitterung verringert. Die Sammelbewegung "Margherita", der die katholische Volkspartei (PPI), die Partei der Demokraten von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sowie die katholische Union für die Republik (UDEUR) angehören, will sich in eine Partei umwandeln. "Die Parteien der "Margherita" werden einer einzigen Fraktion im Parlament beitreten", bekundete PPI-Chef Pierluigi Castagnetti. Politischen Beobachtern zufolge ist dies der entscheidende Schritt in Richtung Gründung einer Partei.

Das positive Wahlergebnis für "Margherita" bei den Parlamentswahlen ist die einzige erfreuliche Überraschung für die Mitte-Links-Koalition, einer Allianz aus neun katholischen und laizistischen Parteien unter der Führung der Linksdemokraten (DS). Während die DS von 21,2 auf 16 Prozent der Stimmen fiel, gewannen die Parteien der "Margherita" insgesamt 14 Prozent und rückten innerhalb des Mitte-Links-Lagers auf.

"In der Mitte-Links-Allianz verliert die stärkste und bestorganisierte Partei der Linksdemokraten Stimmen zu Gunsten der gemäßigten Sammelbewegung 'Margherita', was zu einem neuen politischen Szenario führt, da der Block erstmals seit seiner Gründung unter der Führung von Romano Prodi auf zwei fast gleichstarken Gruppierungen beruht", kommentierte die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" den Erfolg der gemäßigten Sammelbewegung, die im vergangenen Jahr von Spitzenkandidat Francesco Rutelli gegründet worden war. (APA)

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