Buch "Bühnen-Frauen Lebens-Situationen"

16. Mai 2001, 14:28
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... enthüllt bizarre Ansichten: "Langsamer mit der Frauenpower, denn die Männer kriegen Angst"

Linz - Sie spielen nicht nur auf der Bühne eine große Rolle: Zehn - aus Kabarett, Schauspiel, Gesang und Tanz - bekannte Künstlerinnen. In Interviews erzählen sie in dem Buch "Bühnen-Frauen" ihren Werdegang, ihre familiäre Situation und wie sie mit Lampenfieber umgehen. Ihre "Lebens-Situationen" schildern unter anderem Elfriede Ott, Timna Brauer und Andrea Händler.

Instinkt und Verstand

"Mein Bild der Frau ist instinktiv jenes, dass ich einen Schritt hinter dem Mann gehe, dass ich ihm Essen bringe etc., mein Verstand dagegen schreit nach Gleichberechtigung", beschreibt die Sängerin und zweifache Mutter Timna Brauer ihre Situation. Die Mezzosopranistin Brigitte Fassbaender zeigt sich erstaunt, dass es in Österreich so viele Frauen an "vorderster Front" gibt. Sie glaube, dass man langsam vorsichtig sein muss, um die Männer nicht zu verschrecken mit der Frauenpower.

Zum Thema "Lampenfieber" meint die Kabarettistin Andrea Händler, es sei das Schlimmste "hängen zu bleiben". Wenn es einmal passiert, lache sie über sich selbst und oft meint das Publikum, es gehöre dazu. Den Umgang von Künstlern mit politischem Aktionismus sieht die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager eher "kritisch". Wenn man seinen Bekanntheitsgrad ausnützt, um halt "auch seinen Senf dazuzugeben", das finde sie nicht gut.

"Zum Lachen bringen ist eine Gabe!

Musicalstar Luzia Nistler begann ihre Karriere erst mit 30 Jahren und drei Kindern. Mit 17 bestand sie die Aufnahmeprüfung am Konservatorium. Stieg aber bald wieder aus, weil von ihr verlangt wurde, eine "Ofenröhre" zu sein, und das wollte sie sich nicht vorstellen. Das "Zum-Lachen-Bringen" sei eine ganz rare Eigenschaft, ist die Künstlerin Elfriede Ott überzeugt. "Man steht auf der Bühne, spricht ein Wort auf eine gewisse Art und Weise und die Leute lachen - das ist eine besondere Begabung".

"Bühnen-Frauen Lebens-Situationen" erschienen im Fram-Verlag, 160 Seiten, 234 S. (APA)

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