Newex geht nach Frankfurt

16. Mai 2001, 18:40
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Firmensitz der Osteuropabörse bleibt in Wien, der Handel zieht nach Deutschland ab

Wien - Die Osteuropabörse Newex bündelt nun ihre Handelsaktivitäten in Frankfurt. Der Sitz der AG bleibt in Wien. "Die Newex wird mit dem Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse zusammengeführt", sagte Albrecht Bürger, der nun neben Erich Obersteiner und Michael Radtke im Vorstand sitzt. "Wenn der Markt nicht zur Newex kommt, müssen wir die Newex zum Markt bringen", begründet der neue Vorstand die Entscheidung der beiden Hälfteeigner der Newex, Wiener Börse und Deutsche Börse.

Spärliche Umsätze

Zur Umsetzung: In Frankfurt soll ein eigenes Segment namens Newex entstehen, neben den altbekannten Segmenten wie dem Neuen Markt. Davon erwarten sich die beiden Partner-Börsen vor allem einen Vorteil: Die Liquidität werde an einem Platz gebündelt. Zudem könne man mehr Umsätze auf das elektronische Handelssystem Xetra bringen.

Der Grund für die Neuausrichtung der seit November vorigen Jahres bestehenden "Spezialbörse für mittel- und osteuropäische Wertpapiere" (Eigendefinition Newex) waren vor allem die spärlichen Umsätze. So wurden seit Jahresbeginn im Freiverkehr in Frankfurt und an der Newex gemeinsam insgesamt 860 Millionen Euro (11,8 Mrd. S) in ost- und mitteleuropäischen Titeln umgesetzt. Nur ein Bruchteil davon verbuchte die Newex, räumte Erich Obersteiner ein. Die Umsätze seien am unteren Ende der Erwartungen geblieben, der Start der Börse vom internationalen Marktumfeld nicht begünstigt. Nun hofft der Newex-Vorstand, dass die Neuausrichtung ein Erfolg wird.

Obersteiner gibt sich optimistisch: "Wir werden der liquideste Markt für Mittel- und Osteuropatitel in ganz Kontinentaleuropa sein." Da geben sich die drei Vorstände hohe Ziele und peilen für die nächsten zwei bis drei Jahre an, fünf bis zehn Prozent der am Weltmarkt umgesetzten Titel aus Polen, Ungarn und Tschechien und zehn bis 20 Prozent bei Titeln aus Russland über die Newex laufen zu lassen. Derzeit sind laut Obersteiner rund 100 Werte aus der Region an der Newex handelbar. Diese decken die Hälfte der Kapitalisierung der Region, rund 90 Mrd. Dollar (1400 Mrd. S), ab.

Marktzugang erleichtern

Auf Newex-Geschmack wollen die Börsen-Chefs die ost- und mitteleuropäischen Unternehmen bringen, indem sie ihnen den Zugang zum Markt erleichtern. Über die Bündelung in Frankfurt könnten sämtliche 427 Mitglieder der Deutschen Börse direkt Orders in dem Newex-Segment machen. Für die liquidieren Titel soll ein fortlaufender Handel garantiert werden, so Obersteiner. Man wolle hier mit etwa fünf Unternehmen starten. Potenzial sieht er da bei Titeln aus Ungarn, Russland, Tschechien und Polen. (este, DER STANDARD, Printausgabe 17.5.2001)

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