Schumacher entschuldigt Montoyas Manöver

16. Mai 2001, 13:57
posten

Eine normale Rennsituation - Stallorder-Debatte nimmt kein Ende

München - Michael Schumacher hat in der Auseinandersetzung mit dem Kolumbianer Juan Pablo Montoya nachgegeben und in der Debatte um die Ferrari-Stallorder erneut den Kurs seines Teams verteidigt. Drei Tage nach dem umstrittenen Manöver des Williams-BMW-Piloten, der Schumacher beim GP von Österreich von der Strecke gedrängt hatte, lenkte der zunächst verärgerte Ferrari-Star ein. "Auf dem Video sieht es harmloser aus, als ich es erwartet hatte. Man muss daher klar sagen, dass es eine normale Rennsituation war", sagte Schumacher in einem auf seiner Homepage www.michael-schumacher.de veröffentlichten Interview.

Schumacher hatte unmittelbar nach dem Rennen angekündigt, "noch ein Wörtchen" mit dem Teamkollegen seines Bruders Ralf zu reden, zuvor aber die Situation per Video zu analysieren. Im Auto habe man nicht immer den Überblick wie von außen, so der Deutsche.

Schumacher stellt Team in den Vordergrund

Unterdessen geht die Diskussion um die Stallorder bei Ferrari - ausgelöst durch die umstrittene Anordnung an Rubens Barrichello, Schumacher in Spielberg passieren zu lassen - weiter. "Formel 1 ist ein Teamsport, man muss für die Interessen des Teams arbeiten. Und man muss doch auch mit einbeziehen, dass diese Entscheidung auf Grund der Situation getroffen wurde, dass Mika Häkkinen raus war und David Coulthard das Rennen anführte", verteidigte Schumacher erneut die Strategie seines Teams, das seinen Kollegen über Funk aufgefordert hatte, dem dreimaligen Weltmeister Platz zwei hinter Sieger Coulthard zu überlassen. "Wir wissen, dass der Kampf um die Meisterschaft sehr eng werden wird und mit BMW-Williams ein zweites Team da ist, das uns Punkte wegnehmen kann. Da können zwei Punkte mehr oder weniger sehr wertvoll sein."

"Bild" berichtete am Mittwoch von einer "Geheimabsprache" bei Ferrari, die vor der Saison festgelegt worden sein soll. Demnach sei das Duell zwischen Schumacher und Barrichello in den ersten vier Rennen offen gewesen, danach habe man sich auf eine teaminterne Nummer eins festgelegt. Gleichzeitig wurden Leserbriefe veröffentlicht, in denen Formel-1-Zuschauer ihren Unmut über die Stallorder ausdrückten. Insider wie Niki Lauda oder Ex-Pilot Hans-Joachim Stuck hatten die Ferrari-Strategie hingegen verteidigt. (APA/dpa)

LINK

www.michael-schumacher.de

UMFRAGE

Ist die Ferrari-Taktik akzeptabel?

LINK

Sport1.de
"Montoya: Schumi soll die Klappe halten"

Share if you care.