Wende im Mordfall Rohwedder

17. Mai 2001, 12:45
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Einvernahme der RAF-Terroristin Hogefeld

Düsseldorf/Wiesbaden - Nach der überraschenden Wende im Mordfall Rohwedder soll nun die RAF-Terroristin Birgit Hogefeld vernommen werden. Das Bundeskriminalamt sei wegen eines neuen Vernehmungsversuchs mit der Bundesanwaltschaft im Gespräch, sagte ein BKA-Sprecher am Donnerstag der dpa. Hogefeld und Wolfgang Grams sollen als Paar eine ganze Reihe von RAF-Anschlägen gemeinsam begangen haben.

Hogefeld war 1993 am Bahnhof von Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern festgenommen worden. Grams starb beim dortigen Polizeieinsatz unter nicht endgültig geklärten Umständen. Die Terroristin wurde 1998 in Frankfurt wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. 1996 hatte sie sich von den Gewalttaten der RAF distanziert, sich aber zur Mitgliedschaft in der Terrorgruppe bekannt.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass ein nach der Ermordung des Treuhandchefs Detlev Karsten Rohwedder am Tatort in Düsseldorf gefundenes Haar dem RAF-Terroristen Grams zuzuordnen ist. Dies hatte eine neue gentechnische Haaranalyse des Bundeskriminalamts ergeben. Die Methode soll nun auch bei weiteren ungeklärten RAF-Mordfällen angewendet werden. Rohwedder war am 1. April 1991 in seiner Villa in Düsseldorf erschossen worden, seine Frau überlebte das Attentat verletzt. (APA/dpa)

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