Europas Leitbörsen einheitlich im Minus

16. Mai 2001, 14:09
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Technologietitel führten Verliererliste an

Wien - Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zu Mittag einheitlich im Minus tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 13:45 Uhr MESZ mit 5.961,18 Punkten und einem Minus von 109,20 Einheiten oder 1,80 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London sank um 57,9 Zähler oder 0,99 Prozent auf 5.785,0 Stellen.

Abschläge verzeichneten auch die Märkte in Paris und Zürich. Der CAC-40 verlor bis zum oben genannten Zeitpunkt 103,33 Punkte oder 1,86 Prozent auf 5.440,80 Einheiten. In Zürich fiel der SPI um 9,95 Zähler (minus 0,19 Prozent) auf 5.205,30 Stellen. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 74,78 Einheiten oder 1,68 Prozent auf 4.379,17 Punkte.

Technologiewerte verlieren stark

Nachdem die US-Notenbank signalisierte die amerikanische Wirtschaft verlangsame sich weiter, rutschten die europäischen Leitbörsen einheitlich ins Minus. Auch nach der Zinssenkung in den USA kursiert die Angst vor einer anhaltenden Investitionsschwäche, und das würde vor allem die Technologie-Unternehmen treffen, berichteten Markteilnehmer. Die Technologiewerte Alcatel (minus 6,4) Ericsson (minus 3,2) und Nokia (minus 2,2) verloren kräftig. Alcatel hatte zudem bekannt gegeben die Anteile des französischen Thales Konzerns an Alcatel Space übernehmen zu wollen um damit ihren Anteil an Thales zu reduzieren. Auch liege ein Auftrag von 360networks zur Entwicklung eines Transpazifischen Kabelnetzes vorerst auf Eis.

Auch in Frankfurt gaben Technologiewerte deutlich nach. Epcos verloren 3,6 Prozent und setzen damit die Verluste vom Vortag fort. Siemens sanken 2,2 Prozent und Infineon 2,5 Prozent die Unter den Standardwerten lagen bis auf adidas-Salomon (plus 1,3 Prozent) und Volkswagen (plus 0,2 Prozent) alle im Minus. Lufthansa gaben 2,7 Prozent nach. Am späten Vormittag war überraschend der Abbruch der Tarifverhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bekannt geben worden. Einen Kursrückgang von zwei Prozent verbuchten Deutsche Post. Die am Morgen bekannt gegeben Quartalszahlen hatten die Erwartungen zwar im Wesentlichen erfüllt. Sie reichten aber nicht aus, um die Befürchtungen, die internationale Expansion könne schwieriger werden als zunächst gedacht, aufzuwiegen, hieß es.

Zu den größten Verlierern in London gehörten Colt Telecom (minus 5,7 Prozent) und Barclays (minus drei Prozent). Gegen den Trend schwam mit plus 2,9 Prozent Safeway, die Einzelhandelskette hatte über den Erwartungen gelegene Fiskalhalbjahresergebnisse präsentiert. Anglo American stiegen 5,8 Prozent. Erwartet wird, dass das Gebot des Rohstoffkonzerns zur gemeinsamen Übernahme von De Beers mit Partnern am Freitag finalisiert werden kann, berichteten Marktteilnehmer. (APA)

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