Der Wiener Baustellensommer

16. Mai 2001, 10:57
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Wien - Wenn im Prater wieder die Bäume blühen, dann werden in Wien die Pressluftbohrer angeworfen. Wie jedes Jahr im Frühling präsentierte am Mittwoch der Planungs- und Verkehrsstadtrat die Highlights der bevorstehenden Bautätigkeit in der Bundeshauptstadt. Erstmals tat dies Rudolf Schicker (S). Auch heuer dürfen Autofahrer wieder mit schweißtreibenden Staus in brütender Hochsommerhitze rechnen: Für Verzögerungen dürften etwa die überfälligen Sanierungsarbeiten auf der Südost-Tangente sorgen, und auch weitere Straßenarbeiten garantieren allerhand "Kurzweil" für genervte Autofahrer.

Baustelleninformations-Hotline (01) 81114/92700

Schicker betonte, dass man sich bemühen werde, die Bauzeiten und Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer so kurz wie möglich zu halten. Trotzdem seien Aufgrabungen und Bauarbeiten unvermeidlich: Das Wiener Straßennetz umfasst derzeit eine Länge von ca. 2.800 Kilometern, darauf befinden sich 450 km Straßenbahngleise und 54 Brücken-Kilometer. Nicht zu vergessen sei auch das 40.000-km-Netz an Ver- und Entsorgungsleitungen. All diese Straßen, Rohre, Schienen und Kabel hätten dafür gesorgt, dass im Jahr 2000 in Wien ungefähr 13.000 Mal aufgegraben werden musste.

Um den Ärger so gering wie möglich zu halten, gibt es auch heuer wieder die Baustelleninformations-Hotline im Rathaus. Unter der Nummer (01) 81114/92700 werden von Montag bis Freitag, 7.00 bis 18.00 Uhr, Beschwerden und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger entgegengenommen.

Südost-Tangente

Die umfangreichsten Bauarbeiten betreffen heuer die Südost-Tangente im Bereich Gürtel/Sankt Marx, wo Randstreifen und Dehnfugen erneuert werden und Brückenlager getauscht werden müssen. Für die Sanierung der brüchigen Fugen kommt beim Knoten Arsenal (Mitte Juli bis Ende August) und auf der Hochstraße St- Marx (Ende August bis Ende Oktober) in Richtung Süden wieder eine Fly-over-Brücke zum Einsatz.

Radetzkybrücke

Staugarantie gibt es im Juli und August auch bei der Sanierung der Radetzkybrücke bei der Urania: Die Verlängerung des Franz-Josefs-Kais über den Wienfluss Richtung Wien-Landstraße wird zwei Monate lang auf je eine einzige Fahrspur verengt. "Jede Hoffnung, dass das ohne Stau geht, ist sofort ins Reich der Phantasie zu verbannen", so Schicker. Weniger prekär dürfte es auf der Zweierlinie werden, wo nach Abschluss der U-Bahn-Umbauten nun drei Richtungsfahrbahnen gebaut werden. Ehrgeiziges Ziel Schickers ist es dabei, im Bereich des Museumsquartiers bis zu dessen Eröffnung Ende Juni mit den Arbeiten fertig zu werden.

Zweierlinien-Radweg

Fixiert ist für den Bereich des siebenten Bezirks auch die Errichtung des Zweierlinien-Radwegs. Wie es mit dem Radweg-Teilstück im achten Bezirk weitergeht, will Schicker am kommenden Freitag mit Bezirksvorsteherin Margit Kostal (V) klären. Diese hat bisher eine Finanzierung aus ihrem Bezirksbudget abgelehnt, Schicker beharrt aber darauf.

Altmannsdorfer Straße/Sagedergasse

Im zwölften Bezirk wird ab Juni im Bereich Altmannsdorfer Straße/Sagedergasse eine Linksabbiegemöglichkeit geschaffen. Das Projekt stammt noch aus der Ära des früheren Planungsstadtrats Bernhard Görg (V). Schicker zeigte sich "nicht überzeugt, dass das eine Lösung auf Dauer ist". Dazu kommen noch Straßenbaumaßnahmen in der Innstraße (Wien-Leopldstadt bzw. Brigittenau) und der Landstraßer Hauptstraße.

Ausbau der Flughafenschnellbahn S7

Auch der Ausbau der Flughafenschnellbahn S7 wird Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben. Im 3. Bezirk im Bereich Rennweg/Ungargasse und Geiselbergstraße/Leberstraße wird es wegen Bahnhofsbauten zu Behinderungen kommen. Auch in Simmering werden Stationserrichtungen, Brückenumbauten und die Errichtung von Unterführungen für Verzögerungen und Umleitungen sorgen. (APA)

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