Frühlingsfest im Ausseerland

16. Mai 2001, 12:05
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Vorbereitungen für das Narzissenfest laufen auf Hochtouren

Graz - Bei blumengerecht-kühlem Wetter laufen im Ausseer Land die Vorbereitungen für das 42. Narzissenfest auf Hochtouren. Die weiß-gelben Blumen werden allerdings erst im letzten Moment gepflückt, zuvor müssen die Unterbauten für die kunstvollen Objekte fertig gestellt werden. Das Fest wird am 24. Mai mit der Wahl der Narzissenkönigin eröffnet und hat seinen glanzvollen Abschluss am 27. Mai mit Auto- und Bootskorso.

1960 taten sich ein Geschäftsmann und ein Lehrer zusammen und entwickelten die Idee für ein "Frühlingsfest" im Ausseer Land. In den Mittelpunkt wollte man von Anfang an die riesigen Flächen, die alljährlich im Frühjahr von der weiß-gelben Dichternarzisse überzogen sind. Zuvor hatte es schon in Mariazell ein Narzissenfest gegeben, dass aber in Vergessenheit geraten war. Was als regionales Frühlingsfest begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zum größten Blumenfest Österreichs, das alljährlich als Saisonstart für die ganze Region gilt.

Rund 3.000 Menschen sind alljährlich damit beschäftigt, Millionen Blüten zu pflücken und in der Nacht vor dem Auto- bzw. dem Bootskorso kunstvolle Gebilde daraus zu machen. Auf Gerüsten aus Draht und Holz werden die Blumen büschelweise befestigt, bevor sie ihren glanzvollen Auftritt haben. Dabei ist der Phantasie kaum eine Grenze gesetzt, von Elefanten über den Eiffelturm bis hin zu einem Sektkübel, Rad schlagenden Pfauen und der sinkenden Titanic wurde bisher schon fast alles in Blüten umgesetzt.

Traditioneller Auftakt zum viertägigen Fest ist die Wahl der Narzissenkönigin. Die Siegerin besucht zusammen mit ihren Prinzessinen zahlreiche Veranstaltungen. Bei der Wahl präsentieren sich die Mädchen in selbst gewählter Kleidung, wobei vom Dirndl bis zum Abendkleid alles gestattet ist.

Beruhigt werden von den Veranstaltern auch die Naturschützer: Erstens werden längst nicht alle Narzissen gepflückt, und zweitens werden die Zwiebeln beim Abbrechen nicht beschädigt. Durch das Pflücken hat die Zwiebel sogar mehr Kraft für die Fortpflanzung, weil sie keine Blüte mehr versorgen muss, erklärten die Organisatoren. (APA)

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