Vollzeitarbeitsplätze werden zu geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen abgewertet

16. Mai 2001, 09:00
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Schöngefärbter Beschäftigungsboom geht zu Lasten von Frauen

Eine "kritische und nicht unbedingt positive Entwicklung" am Arbeitsmarkt sieht die SPNÖ-Landtagsabgeordnete Karin Kadenbach im Bereich der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Allein im Vergleichszeitraum April 1998 bis April 2001 stieg die Zahl der geringfügig Beschäftigten von 167.270 auf 206.497.

"Vordergründig betrachtet ein Erfolg. Doch wird dabei übersehen, dass der vielzitierte Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht selten in der Reduktion vorhandener Vollzeitarbeitsplätzen begründet liegt. Die allgemeine Tendenz, Menschen immer mehr in minderqualitative "Mc-Jobs" abzudrängen, ist sozialpolitisch höchst bedenklich - nicht nur, weil diese Jobs schlecht bezahlt sind und große zeitliche Flexibilität erfordern, sondern vor allem auch weil die ArbeitnehmerInnen rechtlich und versicherungstechnisch schlechter gestellt sind. "Um es auf den Nenner zu bringen: es wird viel verlangt und wenig dafür geboten."

Betroffene Frauen

Betroffen sind mehrheitlich Frauen, da ihr Anteil fast dreifach so hoch ist, wie der der Männer. Von den 206.497 geringfügig Beschäftigten sind 147.995 Frauen. (red)

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