Chile: Keine erkennungsdienstliche Erfassung von Pinochet

16. Mai 2001, 13:55
posten

Richter lässt Konten auf Bermudas sperren

Santiago - Der Richter im Verfahren um Augusto Pinochet, Juan Guzman, hat dem früheren chilenischen Diktator die erkennungsdienstliche Erfassung erlassen. Wie das staatliche chilenische Fernsehen berichtete, sollen von Pinochet weder neue Fingerabdrücke genommen noch Bilder für die Verbrecherkartei gemacht werden. Stattdessen sollen alte Fotos und Abdrücke verwendet werden.

Die Anwälte Pinochets hatten geltend gemacht, der 85-jährige Ex-Diktator sei für das Verfahren zu krank. Außerdem sei sie für ihn als ehemaligen Staatschef erniedrigend. Pinochet leidet angeblich unter anderem an Diabetes und Gelenkentzündungen und hatte mehrere leichte Schlaganfälle.

Während Pinochets Diktatur von 1973 bis 1990 sind nach offiziellen Angeben mehr als 3.200 Regimegegner ermordet worden und etwa 1.200 verschwunden. Alle Versuche, den Ex-General deshalb vor Gericht zu stellen, sind bisher gescheitert.

Richter lässt Konten auf Bermudas sperren

Der spanische Richter Baltasar Garzon hat Bankkonten von Pinochet auf den Bermudas sperren lassen. Das berichtete der chilenische Radiosender Cooperativa. Der Vizegouverneur der britischen Kronkolonie im Atlantik, Tim Gurney, habe dem Antrag Garzons bereits zugestimmt. "Die Bitte der spanischen Justiz ist uns vom (britischen) Außenministerium zugeleitet worden", wurde er zitiert. In Erfüllung internationaler Abkommen sei dem Antrag entsprochen und die Guthaben eingefroren worden.

Einer der Verteidiger Pinochets im Strafverfahren wegen Verbrechen unter seiner Militärdiktatur (1973-1990), Rechtsanwalt Jose Maria Eyzaguire, bestritt, dass sein Mandant Bankkonten auf den Bermudas unterhalte. Die sei eine Unterstellung, die "Teil einer internationalen Kampagne, um General Pinochet und die (chilenischen) Streitkräfte zu besudeln" sei, fügte er hinzu. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ex-Diktator Augusto Pinochet

Share if you care.