Gottschalk: Ade "Quotenrennen", Öffis

15. Mai 2001, 23:35
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"Krank im Hirn": Entertainer fordert "einseitigen Ausstieg" der Öffentlich-Rechtlichen

Thomas Gottschalk (50), Moderator der ZDF-Sendung "Wetten dass ...", hat die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aufgefordert, dass Quotenrennen nicht länger mitzumachen. "Es gibt die Chance, den einseitigen Ausstieg aus dem Quotendruck anzukündigen - dies sollte man sich leisten können, aber man tut es nicht", sagte der TV-Unterhalter am Dienstag zum Abschluss der 34. Mainzer Tage der Fernsehkritik. Qualitätsprogramm und gute Quoten könnten nicht Hand in Hand gehen.

Zu seiner Rolle als Prominenter sagte Gottschalk im Gespräch mit Hellmuth Karasek, lästig werde dieser Status erst, wenn die Kameras aus seien. So finde er es absurd, dass Menschen ihren eigenen Urlaub aufgeben, um ihn die ganze Zeit beobachten zu können. Auch nach vielen Jahren im Show-Geschäft nehme er die Kritiker noch zu ernst.

Doch trotz der Klagen vieler Stars sei für ihn das Berühmtsein keine Krankheit: "Das Problem ist nur, dass man sich Prominenz nicht vorstellen kann - man weißt nicht, was auf einen zukommt." Der Starkult habe aber auch seine Reize: "Wenn ich in Malibu in tiefste Depressionen verfalle, muss ich nur in die Lufthansa-Lounge gehen, und ich bin wieder wer", sagte Gottschalk schmunzelnd. Man müsse nur aus dem Dauerbeschuss herauskommen, um nicht "krank im Hirn" zu werden. (APA)

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