Ahmed Maher als neuer Außenminister Ägyptens vereidigt

15. Mai 2001, 23:22
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Politik Israels "extrem gefährlich" - Gespräche mit Arafat

Kairo - Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hat am Dienstag den früheren Botschafter in den USA, Ahmed Maher, als neuen Außenminister vereidigt. Maher ist Nachfolger von Amr Mussa, der Generalsekretär der Arabischen Liga wird. Der 66-jährige Maher legte seinen Amtseid in Sharm el Sheikh am Roten Meer ab. Mussa, der am Mittwoch in Kairo sein neues Amt als Leiter der 22 Staaten umfassenden Liga antreten soll, hatte sich als Vermittler im Nahost-Konflikt profiliert, zugleich aber das israelische Vorgehen gegen die aufständischen Palästinenser scharf kritisiert.

Nach seiner Vereidigung kam Maher mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und Palästinenser-Präsident Yasser Arafat zusammen. Maher sagte nach dem Treffen, Arafat und Mubarak hätten darin übereingestimmt, dass der so genannte Mitchell-Bericht über die Ursachen der jüngsten Gewalt in den Palästinenser-Gebieten neben der ägyptisch-jordanischen Friedensinitiative als Basis für neue Friedensgespräche dienen könne. Israel müsse seine Aggressionen einstellen. "Die derzeitige Politik der israelischen Regierung ist extrem gefährlich", sagte Maher.

Aus europäischen Diplomatenkreisen verlautete, es werde nicht mit grundlegenden Veränderungen in der Außenpolitik Kairos gerechnet. Maher war bis 1999 sieben Jahre lang Botschafter in Washington. Vorher war er als Botschafter in Moskau, Brüssel und Lissabon. Außerdem führte er mehrere Jahre lang die ägyptische Delegation bei der UNO an. Neben Arabisch, Englisch, Französisch und Portugiesisch spricht Maher auch Deutsch. 1978 begleitete er den damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat zum Nahost-Gipfel von Camp David, wo eine Grundlage für das spätere Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten ausgehandelt wurde.

Ägypten hat gemeinsam mit Jordanien eine Friedensinitiative ausgearbeitet, die Vorschläge für ein Ende der seit Herbst vergangenen Jahres andauernden Gewalt im Gaza-Streifen und Westjordanland enthält. In dem nach dem früheren US-Senator George Mitchell benannte Bericht wird Israel unter anderem aufgefordert, den Bau jüdischer Siedlungen in den Palästinenser-Gebieten zu stoppen. (APA/Reuters)

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    Amr Mussa (links) und sein Nachfolger Ahmed Maher (rechts)

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