"Gewerbeordnung verhindert frische Semmeln in der Früh"

15. Mai 2001, 21:40
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Seit der Streichung des Hausbesorgergesetzes im Juli 2000

Wien - Nach der Streichung des Hausbesorgergesetzes im Juli 2000 gilt: Ob und in welcher Form ein Hausbetreuer installiert wird, entscheidet der Hauseigentümer. Diese beschäftigen sich derzeit intensiv mit der Entwicklung neuer Lösungsmodelle.

"Wir würden gerne solche Dienste anbieten, wie in der Früh den Bewohnern frische Semmeln an die Türe zu hängen oder Wäsche in die Reinigung zu bringen. Das scheitert aber an der österreichischen Gewerbeordnung. Für alles braucht man eine eigene Berechtigung", klagt Immofinanz-Chef Karl Petrikovics.

Ein weiteres Problem sei die ausständige Novelle des Arbeitsruhezeitgesetzes, sagt Karl Wurm, Geschäftsführer der Gewog. "Wenn es im Winter am Wochenende schneit und der Hausbetreuer frei hat, gibt es niemanden, der den Schnee wegräumt", sagt Wurm. Sollte einer der Mieter dann den Boden unter den Füßen verlieren und sich eventuell auch noch das Bein oder den Arm brechen, haftet der Eigentümer.

Bei den Gemeinnützigen ist eine Art Modullösung angedacht. Dass heißt, Servicepakete werden definiert und je nach Nutzung oder Inanspruchnahme seitens der Bewohner muss bezahlt werden.

"Spätestens wenn im Wohnrecht etwas passiert, eine Novelle ist im Juni geplant, wollen wir auch diese Frage regeln", sagt Theodor Österreicher, Verbandsdirektor der gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen. Gleichgültig in welcher Form diese Zusatzleistungen angeboten werden, ob in Gebäudebewirtschaftung eingebunden, oder von einer selbstständigen Gesellschaft. Wichtig sei vor allem, dass die Hausbetreuer das Vertrauen der Hausbewohner genießen. Durch das persönliche Verhältnis werde außerdem die Identifikation der Bewohner mit der Wohnhausanlage erhöht, sagt Gesiba-Vorstand Ewald Kirschner. (ee, DER STANDARD, Print-Ausgabe 16. 5. 2001)

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