Nordirische Bürgerrechtlerin kann London nicht verzeihen

15. Mai 2001, 21:07
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McAliskey will britische Politiker vor Internationalen Gerichtshof bringen

London - Die frühere nordirische Unterhausabgeordnete Bernadette McAliskey (Devlin) hat gefordert, die für den "Blutsonntag von Londonderry" verantwortlichen britischen Politiker vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen. In ihrer Zeugenaussage vor dem Ausschuss zur Aufklärung der Ereignisse in Derry im Jänner 1972 sagte McAliskey (54) am Dienstag: "Ich kann der britischen Regierung nicht verzeihen." Mit der Erschießung von 13 katholischen Demonstranten durch britische Fallschirmjäger seien in der Provinz "Jahrzehnte des Mordens" eingeleitet worden.

McAliskey, die unter ihrem Mädchennamen Bernadette Devlin in den 70er Jahren als katholische Bürgerrechtlerin bekannt wurde und später einen Sitz im Unterhaus in London gewann, vertrat die Ansicht, die blutigen Vorgänge könnten von dem Ausschuss "niemals geklärt werden". Die damalige konservative Regierung von Ex-Premierminister Edward Heath (84) müsse "an einem anderen Ort" zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Bürgerrechtlerin ist die Mutter von Roisin McAliskey, deren Auslieferung nach Deutschland wegen ihrer angeblichen Teilnahme an einem IRA-Anschlag auf eine britische Kaserne in Osnabrück 1996 aus Gesundheitsgründen von der britischen Regierung abgelehnt worden war. (APA/dpa)

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