Analysten: "Das Tor ist noch weit geöffnet"

15. Mai 2001, 21:41
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Währungshüter weiter besorgt über Wirtschaftsabschwung

Washington - Analysten werteten die erwartete Zinssenkung der US-Notenbank um 50 Basispunkte in ersten Reaktionen als Indiz dafür, dass die Währungshüter offenbar weiterhin besorgt über einen Abschwung der US-Wirtschaft seien. Pierre Ellis von Decision Economics meinte: "Sie (die Fed) lässt den Ausgang ihrer künftigen Handlungen offen. Sie haben die Senkung beschlossen, die erwartet worden war, und sehen weiterhin die Risiken, die negativ belasten. Sie sagen außerdem, die Inflation wird gezügelt bleiben. Die Tür ist weiterhin für eine weitere Lockerung (der Geldpolitik) geöffnet, sogar noch weit geöffnet".

Der Volkswirt Bob Van Order von McLean gab zu Protokoll: "Der Bond-Markt sollte sich über die Entscheidung freuen. Möglicherweise besteht Spielraum für eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Währungshüter scheinen weiter besorgt (über den Wirtschaftsabschwung) zu sein."

"Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten heraus"

"Die Fed ist zurecht immer noch besorgt, dass sich die Situation zu einer Rezession auswachsen könnte. Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Im Juni könnten wir noch eine Zinssenkung sehen, da das Risiko einer Rezession noch besteht. Das sind die höchsten Zinssenkungen nach der Rezession der Jahre 1981-82 und das legt nahe, dass sie (die Fed) das sehr ernst nimmt", analysiert David Wyss von Standard & Poor´s: "Wir denken, sie hat sich schnell genug bewegt, um das Auswachsen zu einer Rezession zu vermeiden, aber ich würde nicht darauf wetten. Die Dinge können sich noch zum Schlechten wenden. Was uns vor einer Rezession bewahrt, sind die privaten Verbraucher. Da besteht das Risiko eines plötzlichen Vorsichtsanfalls. Wenn die Leute aufhören, über ihre Verhältnisse zu leben, dann wird das eine Rezession." (Reuters)

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