Personalwechsel bei Italiens staatlichem Fernsehen

15. Mai 2001, 20:30
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Bewältigung des Interessenskonflikts Berlusconis hat hohe Priorität

Gianfranco Fini - Parteichef der postfaschistischen Alleanza Nazionale und Verbündeter von Silvio Berlusconi in dessen Mitte-Rechts-Bündnis "Casa delle Liberta" - will nach den gewonnen Wahlen in Italien neben dem parlamentarischen Machtwechsel auch einen Personalwechsel im Präsidium des staatlichen Fernsehens RAI durchführen. "Ich denke bereits an die Dinge, die in der Regierung zu tun sein werden, und es sind viele", wird Fini in einem Interview mit der linksliberalen Zeitung "Repubblica" (Dienstag) zitiert. Die Lösung des Interessenskonflikts von Berlusconi als Premier und Medienunternehmer habe dabei hohe Priorität.

Erneuerung des RAI-Verwaltungsrats

Die Bewältigung des Interessenskonflikts "ist eine Verpflichtung, die wir eingegangen sind, und wir werden sie einhalten. Ich weiß nicht, ob dies das erste Thema oder das zweite oder das dritte sein wird, das wir angehen", erklärte der Parteichef der AN. Danach stehe unmittelbar die "Erneuerung" des RAI-Verwaltungsrats an. "Das Ernennungsrecht steht den Vorsitzenden der Parlamentskammern zu. Wenn wir am 30. Mai das Präsidium von Abgeordnetenkammer und Senat wählen", fügte Fini hinzu, "so glaube ich tatsächlich, dass es Mitte Juni schon eine neue Zusammensetzung der RAI-Führung geben wird."

Fini wiederholte im Interview, dass die Bericherstattung der RAI in den letzten Tagen vor den Wahlen "einfach schändlich" gewesen sei. In direkter Kritik sagte er: "Ich wünsche mir, dass in Zukunft unsere Gesprächspartner nicht mehr Santoro, Luttazzi, Benigni oder Travaglio heißen werden." Bei diesen Personen handelt es sich um prominente italienische Journalisten und Kabarettisten, die während des Wahlkampfes in der RAI eindeutig gegen das Berlusconi-Bündnis Stellung bezogen hatten. (APA)

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