Palästinenser erinnern mit Nakba an Vertreibung 1948

15. Mai 2001, 19:38
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700.000 wurden nach der Staatsgründung Israels zu Flüchtlingen

Jerusalem - Der 15. Mai ist für die Palästinenser der Tag der Katastrophe und der Vertreibung (Nakba). Denn am 14. Mai vor 53 Jahren rief der erste Ministerpräsident Israels, David Ben Gurion, den unabhängigen Staat Israel aus. Darauf folgten ein Krieg zwischen den arabischen Nationen und Israel sowie die Flucht von rund 700.000 Palästinensern. Bis zum heutigen Tag stimmen die Völker in ihren Gebietsansprüchen nicht überein. Wegen der Bedeutung des Datums wird in den kommenden Tagen mit weiteren Gewaltausbrüchen in den palästinensischen Autonomiegebieten gerechnet.

Im Jahr 1947 versuchten die Vereinten Nationen, die über drei Jahrzehnte anhaltenden Kämpfe zwischen Juden und Palästinensern zu beenden, indem sie eine Aufteilung des damals unter britischer Verwaltung stehenden Palästina vorschlugen. Die Araber, nicht willens, jüdischen Immigranten Teile ihres Landes zu überlassen, lehnten die Pläne ab. Es folgten weitere Kämpfe, worauf die UNO ihren Teilungsplan aufgab und die Briten sich für die Auflösung ihres Mandats über Palästina entschieden.

Am 14. Mai 1947, kurz nachdem der letzte britische Soldat das Land verlassen hatte, rief der jüdische Nationalrat den unabhängigen jüdischen Staat aus. Drei Tage später marschierten Truppen der arabischen Staaten ein und eroberten den heutigen Gaza-Streifen, das Westjordanland und den Ostteil Jerusalems. Während des Krieges wurden 700.000 Palästinenser aus ihren Dörfern und Städten vertrieben oder flüchteten. Im Sechs-Tage-Krieg von 1967 eroberten die Israelis die Gebiete zurück. In Friedensgesprächen im vergangenen Jahr gelangten Israel und die Palästinenser zu keiner übereinstimmenden Interpretation der Vorgänge im Jahr 1948. (APA/Reuters)

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