Experte sieht Kosovo-Grundgesetz als "Ohrfeige" für Kostunica

15. Mai 2001, 19:25
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Als erster Schritt zur Unabhängigkeit ohne Zustimmung Serbiens betrachtet

Belgrad - Erste Reaktionen Belgrads auf das vom UNO-Sondergesandten Hans Häkkerup am Dienstag vorgelegte neue Grundgesetz für den Kosovo waren negativ. Der Belgrader Vertreter in der Expertengruppe für die Ausarbeitung des Kosovo-Verfassungsrahmens, Dusan Celic, hat das Dokument gar als "Ohrfeige" für das "serbische Parlament, die Regierung, die Bundesrepublik Jugoslawien und den Präsidenten (Vojislav) Kostunica" bezeichnet. Der Verfassungsrahmen sei der erste Ansatz zur "halben Unabhängigkeit" des Kosovo, meint Celic.

Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic erklärte indes laut Medienberichten, dass die Regierung die Entscheidung der Kosovo-Serben im Hinblick auf den Verfassungsrahmen beachten werde.

Zoran Lutovac, Experte des Belgrader Institutes für Gesellschaftswissenschaften meint, dass die internationale Staatengemeinschaft durch den Verfassungsrahmen den Kurs zur Bildung einer weiteren föderalen Einheit in Jugoslawien eingeschlagen habe. "Das ist der Weg, den Kosovo ohne Zustimmung Belgrads von Serbien zu trennen", sagte Lutovac.

Der serbische Justizminister Vladan Batic ist der Ansicht, dass der UNMIK-Chef die serbischen Standpunkte "nicht in größeren Maß" beachtet habe. Auch dürften die Kosovo-Serben ihre - negative - Antwort bei der Teilnahme an den Wahlen im Kosovo geben, warnte Batic laut Medienberichten. (APA)

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