Weiter Wild Wachsen

16. Mai 2001, 08:51
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Das WWW ist zehn - und dank mobiler Geräte noch lange nicht ausgewachsen

Das World Wide Web gibt es erst seit zehn Jahren. Dennoch hat es an Popularität das Internet, das es seit einigen Jahrzehnten gibt, übertroffen. Im Privatbereich wurde es zur Einstiegsdroge für weitere Internetdienste wie das Versenden elektronischer Post, Newsgroups und Chatten; im Geschäftsleben dient es als die wichtigste Plattform für den E-Commerce.

Am 17. Mai 1991 schaltete ein damals unbekannter Computerspezialist namens Tim Berners-Lee am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN in der Schweiz die erste WWW-Anwendung frei. Es war dies das Adressverzeichnis des CERN, geschrieben in einer Sprache, die für die Weiterentwicklung des Web bis heute wichtig ist: Hypertext Markup Language (HTML).

Mosaic

Zwei Jahre später, 1993, entwickelte ein Student names Marc Andreessen mit Mosaic einen benutzerfreundlichen Browser. Innerhalb von einem Jahr sind mehr als eine Million Kopien in Verwendung. Mit dem Netscape Communicator wird Marc Andreessen zwei Jahre später berühmt und ist auch kommerziell erfolgreich.

Seither hat das Web überall Einzug gehalten, eine Entwicklung, die weiter anhält. Nach Untersuchungen des amerikanischen Marktforschers IDC wird die Zahl der Computer und mobilen Geräte, die einen Zugang zum Internet eröffnen, von weltweit 149 Millionen im Jahr 1998 auf 721 Millionen 2003 anwachsen. Gleichzeitig dürfte die Zahl der Webuser von 142 Millionen auf 502 Millionen Menschen ansteigen.

Tim Berners-Lee ist seit 1994 Vorsitzender des World Wide Web Consortium (W3C), einer Institution, die beim Bostoner Massachusetts Institute for Technology angesiedelt ist. Als Chef des Internetkonsortiums ist er in die Weiterentwicklung des World Wide Web stark involviert und beeinflusst kommende Entwicklungen, vor allem rund um den mobilen Internetzugang über Handys, Klein- und Alltagsgeräte.

Web Consortium

W3C, dem 170 Unternehmen, darunter Konkurrenten wie Microsoft und Netscape, angehören, versucht dabei sicherzustellen, dass sich das Web nach einheitlichen technischen Standards weiterentwickelt. Vor allem muss HTML (Hypertext Markup Language), die Sprache, die dafür sorgt, dass jeder Internetbrowser verschiedenste Webseiten auch lesen kann, so modifiziert werden, dass die Sprache auch bei mobilen Kleingeräten funktioniert. Der Standard, den Berners-Lee via W3C Ende des letzten Jahres dafür empfohlen hat, lautet XHTML.(ruz - Der Standard Printausgabe)

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