Vernetzung bis zum letzten Brummi

15. Mai 2001, 19:45
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Die Steuerung des Frachtverkehrs wird ins Internet verlagert

München - Auch im Transportgewerbe sorgt das "Netz der Netze" für die optimale Wettbewerbsfähigkeit. Bis zum Jahr 2004 erwartet man europaweit ein Wachstum von mindestens 15 Prozent pro Jahr, wobei zu den Schlüsselfaktoren das Internet zu zählen ist. Die Fachmesse "Transport Logistic 2001", die bis Samstag in München stattfindet, steht dementsprechend im Zeichen der globalen Vernetzung.

In Österreich entstand - DER STANDARD berichtete - unter anderem die Transport- und Logistikbörse Eulox, die praktisch europaweit aktiv ist und Transporteure und Auftraggeber zusammenbringt. Via Internet werden die Geschäftspartner für einen Transportauftrag gesucht; der Transporteur erspart sich unrentable Leerfahrten, der Auftraggeber kann sichergehen, dass er auch einen fairen, der aktuellen Marktsituation entsprechenden Preis bezahlt.

Die Möglichkeiten, die das Internet dem Transportgewerbe bietet, gehen noch weiter: Über Sensoren, die im Frachtraum eines Lkw oder Containers montiert werden, können praktisch alle Parameter von Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit bis hin zum Sauerstoffgehalt und dem Status der Ladeklappe gemessen und an einen Mikroprozessor weitergeleitet werden. Sollte es, aus welchem Grund auch immer, zu Abweichungen von den Normvorgaben kommen, kann der Computer über ein Handy mit Internetzugang automatisch eine Warnung per E-Mail oder SMS abschicken.

Die Planung via Handy

Ein weiterer Schwerpunkt ist dem Flottenmanagement und der Routenplanung gewidmet, um Stehzeiten und "leere Kilometer" auf ein Mindestmaß zu reduzieren. In Deutschland ist es bereits möglich, Verkehrsmeldungen per Handy und Internet in Routenplanungs- und Navigationssysteme einzubinden und so die Fahrtroute zu optimieren: Der Computer berechnet automatisch, ob es sich lohnt, von der Autobahn abzufahren, oder ob man vielleicht doch schneller weiterkommt, wenn man sich im Stau an das Ziel herantastet.

Was den Logistikdienstleistern in Deutschland derzeit zu schaffen macht, ist der fehlende Nachwuchs. Eine kostenlose Jobbörse im Web soll Logistikstudenten von Unis und Fachhochschulen mit den Unternehmen zusammenbringen. (Uwe Fischer-Wickenburg, DER STANDARD, Printausgabe 16.5.2001)

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