Feldversuch mit Road Pricing-Simulation läuft

15. Mai 2001, 18:24
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... derzeit auf der A2

Wien - Das Mobilfunkunternehmen One und der Telekommunikationskonzern Ericsson haben ein elektronisches Verkehrsleit- und Maut-System für LKWs entwickelt, das derzeit auf der Südautobahn zwischen Wien und Baden getestet wird. Dies gaben die beiden Unternehmen nun auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien bekannt. An dem Feldversuch nehmen 60 Test-Fahrzeuge der Frachtunternehmen Thomas Beton und Wopfinger teil.

Das so genannte Traffic Telematics System basiert auf der Verknüpfung von GPS und GPRS. Dabei werden die GPS-Daten eines Fahrzeuges in einer im Fahrzeug befindlichen On-Board-Unit gebündelt sowie gespeichert und dann per GPRS-Handy in eine Datenzentrale, das so genannte Clearing House, übertragen. Dort werden die Daten ausgewertet und für die Berechnung beim Road Pricing herangezogen oder als Basis für standortbezogene Zusatzservices verwendet. "Neben dem Flottenmanagement kommen als Zusatzdienste etwa die Routenplanung oder Diebstahlsicherung in Betracht", erklärte One-Geschäftsführer Jorgen Bang-Jensen.

Das seiner Aussage nach erste vollelektronische Verkehrsleitsystem Europas bietet auch die Möglichkeit, Mautsünder aufzuspüren. Im Testbetrieb sind zwei so genannte Enforcement Cars unterwegs, die laufend Daten aus dem Clearing House erhalten und diese mit den LKWs auf ihrer Route vergleichen. "Stößt das Fahrzeug dabei auf nicht registrierte LKWs, werden diese fotografiert und die Daten der Polizei übergeben", erklärte Ericsson-Projektleiter Hartmut Huber die künftige Praxis. Ausländische LKWs sollen an den Grenzen Miet-Units erhalten. Huber erwartet im Regelbetreib den Einsatz von insgesamt über 100.000 Miet-Units. Die Kosten für ein in der Massenproduktion hergestelltes Gerät beziffert er mit rund 2.000 bis 3.000 Schilling. Die ersten Telematic-Geräte sollen bereits in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen.

Die beiden Projektbetreiber rechnen sich große Chancen aus, die Ausschreibung der ASFINAG für das elektronische Road Pricing, das voraussichtlich 2003 eingeführt wird, zu gewinnen. "Wir bieten ein völlig neues und diskriminierungsfreies System, das europaweit einsatzfähig ist", so One-Projektleiter Rafael Wariwoda. Zudem bestehe die Möglichkeit, verschiedene Dienste auch auf den Individualverkehr auszuweiten, ergänzte Ericsson-Generaldirektor Kjell Johansson.

Während sich Ideengeber One bei dem bis Mitte Juni dauernden Feldversuch auf die Übertragungstechnologie konzentriert, ist Ericsson für die mobilen Endgeräte und das Clearing House, das in der Wiener Zentrale eingerichtet wurde, zuständig. Für die Produktion der On-Board-Units wurde Technosert Electronic beauftragt, das RISC (Research Institute for Symbolic Computation der Universität Linz) sorgt für die technische Abwicklung sowie die Entwicklung der Applikationen. PfSW Professional Software stellt die Software zur Überwachung der Teststrecke zur Verfügung. (pte)

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