Chef der Linksdemokraten kündigt Rücktritt an

15. Mai 2001, 18:14
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Roms Bürgermeister Veltroni will sich nach Wahldebakel der Kommunalpolitik widmen

Rom - Walter Veltroni, Chef der italienischen Linksdemokraten (DS), hat seinen Rücktritt als Parteiführer nach den Stichwahlen zum römischen Bürgermeister angekündigt. "Ab dem 28. Mai (am 27. finden die Stichwahlen statt, Anm.) wird man damit beginnen müssen, einen neuen Generalsekretär für die DS zu suchen", sagte Veltroni am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Rom. "Egal, wie die Dinge laufen werden, ich muss mich zur Gänze meinen Verpflichtungen für Rom widmen. In Rom bin ich und in Rom bleibe ich aus Ehrlichkeit den römischen Wählern gegenüber. Egal, wie die Stichwahl ausgehen wird. "

Veltroni betonte außerdem, dass es unüblich sei, wenn ein Politiker in einem hohen Parteiamt alles auf eine Karte setze. Er sei aber jemand, der "sich entschieden habe, alles aufs Spiel zu setzen für eine Sache, an die er rationell und emotional glaubt, nämlich, sich seiner eigenen Geburtsstadt völlig zu widmen." Er, Veltroni, habe bereits einen Brief vorbereitet, in dem er festhält, dass er nicht in das Parlament als Abgeordneter einziehen werde.

Nach den starken Stimmenverlusten bei den italienischen Parlamentswahlen am Sonntag hatten die Linksdemokraten (DS), die stärkste Gruppierung im Mitte-Links-Block "Ulivo" (Ölbaum), eine weitere Enttäuschung hinnehmen müssen. Veltroni schaffte es wider Erwarten nicht, beim ersten römischen Wahldurchgang den Sessel des Stadtoberhaupts der Ewigen Stadt zu erobern. Der 47-jährige Veltroni, gebürtiger Römer, erhielt im Wahlduell gegen den ehemaligen Sprecher von Silvio Berlusconi, Antonio Tajani, 48,3 Prozent der Stimmen, sein Gegner 45,2 Prozent. Hätte Veltroni 50 Prozent der Stimmen erobert, wäre ihm eine Stichwahl am 27. Mai erspart geblieben. (APA/ANSA)

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