Bosnisch-serbische Politiker wegen Ausschreitungen zurückgetreten

15. Mai 2001, 18:06
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Antimoslemische Proteste in Banja Luka zogen personelle Konsequenzen nach sich

Banja Luka - Die bosnisch-serbische Regierung hat am Dienstag den Rückritt von Innenminister Perica Bundalo, seines Stellvertreters Brano Pacanac und des Leiters des polizeilichen Geheimdienstes, Dobrislav Planojevic, angenommen. Hintergrund der Rücktritte sind die jüngsten antimoslemischen Ausschreitungen serbischer Nationalisten, mit denen in der vergangenen Woche in Banja Luka und Trebinje Grundsteinlegungen für den Bau von Moscheen gewaltsam verhindert wurden.

Die bosnisch-serbische Polizei hatte sich in Banja Luka angesichts der Ausschreitungen unfähig gezeigt, Tausende Serben an der Erstürmung des Bauplatzes einer Moschee zu hindern. Rund 70 Menschen wurden verletzt. Hohe internationale und bosnische Vertreter waren vor dem Mob geflüchtet und konnten erst von Spezialeinheiten der Polizei in Sicherheit gebracht werden.

Angriffe auf Moslems im serbischen Gebiet Bosnien-Herzegowinas dauern seither an. Ein Sprecher des internationalen Bosnien-Verwalters Wolfgang Petritsch erklärte, einige Extremisten versuchten, "Leben und Zukunft der gesamten Bevölkerung mit völlig inakzeptabler Gewalt als Geiseln zu nehmen". (APA/AP/dpa)

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