Weibliche Kunst wird "transparent"

17. Mai 2001, 11:11
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Kunstwerk und Ausstellungsraum: Valie Exports "Transparenter Raum" wurde am Mittwoch eröffnet

Künstlerinnen in Wien hatten bisher kaum die Möglichkeit den öffentlichen Raum zu prägen. Frauenstadträtin Renate Brauner will die Leistungen von Frauen in und aus Wien in den verschiedensten gesellschaftspolitischen Bereichen in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Am Mittwoch eröffnete sie den ""Transparenten Raum" - gestaltet von Österreichs bekanntester feministischen Künstlerin Valie Export - unter der Stadtbahnbrücke Friedmanngasse, im 8. Bezirk. Damit wird das historisch und auch aktuell von Männern geprägte Stadtbild durchbrochen.

Den Gürtel wählte frau nicht grundlos: Am Westbahnhof steht die Statue von Kaiserin Elisabeth als Zeichen für die Negation der zugeschriebenen Gattinenrolle. Am äußeren Neubaugürtel befand sich Wiens erster Arbeiterinnenbildungsverein. Heute ist die Gürtelmeile von Prostituierten und jungem Musikclub-Publikum geprägt.

Exports Kombination aus Kunstwerk und Ausstellungsraum soll künftig zwischen den Musikclubs Ritz und B72 für vielfältige kulturelle Aktivitäten mit frauenpolitischem Hintergrund zur Verfügung stehen. Die Glasinstallation von Export soll Signal sein für ein "Sichtbar machen" von weiblicher Kunst.

Ein "Nicht-Wohlfühl Ort" soll zu einem lebendigem Treffpunkt werden - Austausch und Diskussion erwünscht.

(Pia Feichtenschlager)

"Transparenter Raum" - Stadtbahnbrücke Friedmanngasse 3, im 8. Bezirk - transparenterraum/
Ansichtssache
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