Scholz: Ohne SPÖ- Absolute keine Ablöse

15. Mai 2001, 17:16
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"Kein Koalitionspartner hätte das mitgetragen"

Wien - Der scheidende Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz (S) ist der Ansicht, dass seine Ablöse ohne absolute Mehrheit der SPÖ nicht erfolgt wäre. "Kein Koalitionspartner hätte die Form der Ablöse mitgetragen", erklärte Scholz in einem Interview in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Furche".

Kritik übte Scholz an den "verkrusteten, versteinerten, antiquierten und reformbedürftigen Strukturen in der Schulorganisation", die seine Ablöse so "elend langsam" machten. Keine andere Großorganisation könnte sich leisten, dass der Wechsel des Generaldirektors sechs bis acht Wochen dauert, meinte Scholz, der schon gerne sein Amt an seine Nachfolgerin (Susanne Brandsteidl, Anm.) übergeben würde.

Eltern und Schulen gehen vor Ideologie

Auf die Frage, ob er, Scholz, zu wenig auf der ideologischen Linie der SPÖ gewesen sei, antwortete Scholz, dass für ihn die Wünsche der Eltern und der Schulen wichtig gewesen seien. "Eine Fernsteuerung durch Parteiprogramme bekommt in dieser Funktion niemandem, weil er sich damit von den Menschen entfernt."

Scholz hofft, dass es keine markante Änderung in der Wiener Schulpolitik geben wird. Gerade die Bildungspolitik in einer Großstadt habe sich durch Großzügigkeit auszuzeichnen. Eine Großstadt sei nicht uniform, daher sei nichts für sie ungeeigneter als ein uniformes Schulwesen. "An ein Einheitsschulwesen kann nur jemand denken, der in der Vorstellungswelt des Einheitsmenschen, des Einheitslehrers, des Einheitskindes lebt." Auch bei der von ihm betriebenen objektiven Vergabe von Direktorenposten hofft Scholz, dass es zu keinen Rückschritten kommt. "Ein Zurück zu alten Zeiten, wie das Teile sozialdemokratischer Lehrerorganisationen mit Flugblättern 'Zurück ins rote Wien' ausgedrückt haben, ist Nostalgie und kein Zukunftskonzept." (APA)

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