Hochschullehrer bereiten sich auf Streik vor

15. Mai 2001, 15:39
1 Posting

Am 22. Mai wird mit der Regierung verhandelt - bei Scheitern wird gestreikt

Wien - Die Hochschullehrer an den österreichischen Universitäten bereiten sich auf einen Streik vor. Nachdem die Uni-Lehrer-Gewerkschaft in der Vorwoche einen eintägigen Warnstreik beschlossen hat, sprechen sich immer mehr Dienststellenausschüsse bzw. gewerkschaftliche Betriebsausschüsse (GBA) einzelner Unis aus Protest gegen das geplante neue Dienstrecht für Kampfmaßnahmen aus. Am Freitag soll nun auch die Uni Wien folgen. Falls ein Verhandlungstermin zwischen Hochschullehrer-Gewerkschaft und Regierung am 22. Mai scheitert und die Führungsgremien von GÖD und ÖGB zustimmen, soll am 29. Mai ein österreichweiter Streiktag sowie im Juni ein mehrtägiger Streik durchgeführt werden.

Für kommenden Freitag (18. Mai) hat der GBA-Vorsitzende der Uni Wien, Michael Weinzierl, zu einer öffentlichen gewerkschaftlichen Betriebsversammlung in den kleinen Festsaal der Uni Wien geladen, bei der allfällige Kampfmaßnahmen erörtert und ein Streikkomitee gegründet werden sollen. Wehren wolle man sich vor allem gegen die 1.500 Kollegen drohende "Kündigung durch Fristablauf" durch das neue Dienstrecht. Außerdem wäre eine durchgehende Karriere für Hochschullehrer nicht mehr möglich, so Weinzierl am Dienstag in einer Aussendung.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Hochschullehrer-Gewerkschaft, Herbert Sassik, wies auf den Ernst der Lage hin. Noch vor dem Verhandlungstermin am 22. Mai wolle man sich von ÖGB und GÖD die Zustimmung zu einem möglichen Streik holen, betonte er gegenüber der APA. Bedenken äußerte er auch bezüglich rein technischer Probleme beim Zeitplan. Selbst wenn es am 22. Mai zu einer Einigung komme, müsse diese bereits am nächsten Tag in einen Entwurf gegossen sein, um den einzelnen Ministern übermittelt werden zu können. Immerhin solle der Ministerrat laut Regierungs-Zeitplan bereits am 29. Mai das neue Dienstrecht absegnen. (APA)

Share if you care.