Viele Internetdienste bald kostenpflichtig

15. Mai 2001, 16:09
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Branche sucht neue Einnahmequellen und der Kunde wird zahlen müssen

Die Zeiten, in denen die meisten Internet-Dienste kostenlos waren, sind nach Ansicht von Experten bald vorbei. In Zukunft würden Internet-Portale für einzelne Dienste oder Inhalte Geld verlangen, um ihren Umsatz zu steigern. Das sagte der Geschäftsführer von Yahoo Deutschland, Peter Würtenberger, am Dienstag auf Europas größter Internet-Messe "Internet World" in Berlin.

Von Klingeltönen bis zum Telefonieren

"Wir müssen uns verabschieden von der Vorstellung, dass künftig alles umsonst sein wird." Die Palette der kostenpflichtigen Dienste reiche von Klingeltönen für Handys über Auktionen bis zum Telefonieren über das Netz. Bisher finanzieren sich die Anbieter vor allem mit Werbung.

Werbung funktiniert nicht – ergo muss gezahlt werden

Da die Zugangsgebühren für das Internet in den vergangenen Jahren stark gesunken sind und sich die Online-Werbung nicht so entwickelt hat wie erwartet, sucht die Branche neue Einnahmequellen. "Wenn jeder zehnte Kunde von Yahoo eine Mark zahlen würde, kämen schon Millionen zusammen", sagte Würtenberger, der von August an das Internet-Portal bild.de leiten wird.

Für Logos und Lieder zahlen

Die Branche setzt auf kleine Beträge, die jeder für ein Logo oder einen Rocksong zu zahlen bereit ist. Wichtig sind dafür die richtigen Abrechnungssysteme. Das so genannte Micro-Payment hat sich zu einem zukunftsträchtigen Geschäftsbereich entwickelt, für den Unternehmen wie FIRSTGATE Internet, ClickPay oder paybox an Lösungen arbeiten.

Goldesel: Internet per Handy

Im Zentrum des Interesses steht das mobile Internet per Handy. Denn mit den Standards GPRS und UMTS wird der Kunde nicht mehr nach Zeit, sondern nur noch die heruntergeladenen Datenmengen zahlen. Abgerechnet werden kann über die Telefonrechnung oder per Kontoabbuchung. "Die Banken müssen sich jetzt auch auf einen Internet-Zahlungsstandard einigen", forderte Würtenberger. (APA/dpa)

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