Mazedonische Regierung stellt UCK Ultimatum

15. Mai 2001, 18:08
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Skopje fordert bis Donnerstag Abzug der "Kosovo- Befreiungsarmee"

Skopje - Die neue mazedonische Regierung hat den Albaner-Rebellen im Norden des Landes bis Donnerstag Zeit gegeben, das Land zu verlassen oder die Waffen niederzulegen. Bis dahin würden die Sicherheitskräfte keine weitere Offensive starten, beschloss das Kabinett in Skopje am Dienstag. Ministerpräsident Ljubco Georgievski hatte die Forderung der albanischen Partei der Demokratischen Prosperität (PDP) nach Gesprächen mit den UCK-Rebellen zurückgewiesen.

Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) versuchten unterdessen, weitere Bewohner der umkämpften Region an der Grenze zum Kosovo in Sicherheit zu bringen. Am Montag hatten IKRK-Mitarbeiter rund hundert erschöpfte Zivilisten aus Dörfern im Kampfgebiet in Sicherheit gebracht.

Erste Belastungsprobe für Allparteienregierung

Der staatliche mazedonische Rundfunk berichtete am Dienstag, ein Polizist auf Patrouille sei von Schüssen albanischer Separatisten verletzt worden. Der Zwischenfall habe sich oberhalb von Tetovo nahe dem Dorf Shipkovica ereignet. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Ministerpräsident Ljubco Georgievski hatte am Vortag erklärt, die Integrität des mazedonischen Staates sei gefährdet durch Kräfte, die mit "Teilen unseres Gebiets einen neuen Staat" auf dem Balkan schaffen wollten. Es gelte, die Rebellen zu bekämpfen. Die Frage sei lediglich, "ob wir einen Großangriff starten oder schrittweise vorgehen", um die Zivilbevölkerung zu schonen.

Die von EU und NATO gewünschte Allparteienregierung war am Sonntag mit dem Auftrag gebildet worden, ein weiteres Ausufern des ethnischen Konflikts zwischen der slawischen Mehrheit und dem albanischen Bevölkerungsteil zu verhindern. Die albanische Partei der Demokratischen Prosperität (PDP) hatte lange mit dem Regierungseintritt gezögert. Sie fordert Gespräche mit der Albaner-Guerilla "Nationale Befreiungsarmee" (UCK). (APA/Reuters/AP)

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