Universitäre Frauenförderung wird belohnt

17. Mai 2001, 13:39
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Drei Grazer Fakultäten bekommen Budgetaufstockung

Graz - An der Grazer Karl-Franzens-Universität wird Frauenförderung an den Fakultäten mit mehr Geld belohnt. Drei der insgesamt sechs Fakultäten dürfen sich freuen: Sie haben die gemeinsam erarbeiteten Frauenförderkriterien am Besten erfüllt und bekommen nun zusätzliches Geld. Insgesamt wurden rund 1,4 Millionen Schilling bzw. vier Prozent des Budgets für ordentliche Dotationen - das sind die Gelder für den laufenden Fakultätsbetrieb - für diese zusätzlichen Zuweisungen reserviert und nun an die Fakultäten verteilt.

Auf Grund des im Vorjahr vereinbarten Leistungsmodells können laut Franz Kappel, dem Vizerektor für Finanzen, für das Jahr 2001 folgende zusätzliche Dotationen vorgenommen werden: Die Katholisch-Theologische Fakultät erhält rund 139.000 Schilling als Belohnung, die Geisteswissenschaftliche Fakultät 815.000 Schilling und die Rechtswissenschaftliche Fakultät rund 424.000 Schilling für ihr Bemühen in Sachen Frauenförderung.

Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sowie die Naturwissenschaften gehen in diesem Jahr lehr aus, weil die Zusatzdotation nur an die drei "Besten" Fakultäten ausgeschüttet wird. Die Medizinische Fakultät wiederum verfügt über einen eigenen Finanzhaushalt und wurde bei der Mittelvergabe nicht berücksichtigt.

Kriterien

Gemessen werden die fakultären Anstrengungen in Richtung Frauenförderung anhand eines Kriterienkataloges, der die Frauenquote der Promovierten ebenso berücksichtigt, wie die jeweiligen Habilitationen und Berufungen von Frauen an der Fakultät und die Zahl der Studentinnen.

Mit ihrer bisherigen Frauenquote unter den Professorinnen von 5,1 Prozent (11 ordentliche und 58 außerordentliche Professuren) liegt die Grazer Karl-Franzens-Universität im österreichischen Durchschnitt. Unter den Habilitantinnen befinden sich 23 Prozent Frauen. Um die im Frauenförderungsplan des Wissenschaftsministerium gewünschte Präsenz von 40 Prozent zu erreichen, bleibt allerdings noch viel zu tun. Nur die Studentinnen an der Grazer Universität haben von der Zahl her ihre männlichen Kollegen schon längst überholt: Von den 31.777 Studierenden im Wintersemester 2000/ 2001 sind nur 12.991 Männer (41 Prozent), der Rest ist weiblich. (APA)

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