Tony Blairs Schwiegervater übt laustarke Kritik an Pensionspolitik

15. Mai 2001, 15:32
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Labour-Maßnahmen seien eine "absolute Beleidigung"

London - Tony Blair (48), britischer Premierminister, muss im Wahlkampf nun auch seinen Schwiegervater überzeugen. Tony Booth (68), pensionierter Fernsehschauspieler, bezeichnete Blairs Pensionspolitik am Dienstag als "absolute Beleidigung". Es sei ein "schwerer Fehler" gewesen, die Renten im vergangenen Jahr nur um 75 Pence (1,215 Euro/16,72 S) pro Woche anzuheben. Weiters forderte er eine sofortige Erhöhung der staatlichen Grundpension.

Er habe dieses Thema bei Tony, seinem Schwiegersohn schon oft angesprochen, doch bisher sei der Premier taub dafür gewesen. Trotz aller Meinungsunterschiede will Booth bei der Unterhauswahl aber für Blairs Labour-Partei stimmen, denn die Rentenpläne der oppositionellen Konservativen seien "absolut lächerlich". Der Vater von Cherie Blair mischt sich nicht zum ersten Mal in die Politik ein. Zuvor hatte er schon Großbritanniens Beteiligung am Kosovo-Krieg und die Regierungspläne für eine Strafrechtsreform kritisiert.

Gut drei Wochen vor der Parlamentswahl liegt die Labour-Partei von Blair in der Wählergunst deutlich vorn. Einer Umfrage zufolge, die die Zeitung "The Independent" am Dienstag veröffentlichte, unterstützen 46 Prozent die Regierungspartei, 32 Prozent die Konservative Partei mit ihrem Spitzenkandidaten William Hague und 13 Prozent die Liberaldemokraten. Befragt wurden 1.030 Personen. (APA/dpa/AP)

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