Ericsson und One entwickeln für Lkw-Maut

15. Mai 2001, 13:48
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Verkehrsleitsystem bis Mitte Juni Testversuch auf Südautobahn

Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson und der österreichische Mobilfunkbetreiber One haben gemeinsam ein Verkehrsleitsystem für Lkw entwickelt. Im Rahmen der Ausschreibung der Asfinag für die elektronische Lkw-Maut, die in Österreich ab 2003 eingeführt werden soll, wird von Mitte Mai bis Mitte Juni das Traffic Telematics System auf einem 20 km langen Teilstück der Südautobahn zwischen Baden und Wien mit 60 Lkw getestet.

Zusatzservices für Frächter

Das System verbindet die Road Pricing-Technologie (Mautberechnung) mit Zusatzservices für Frächter wie beispielsweise Verkehrsinfos, Stauwarnungen, Flottenmanagement oder Diebstahlschutzsystemen, hieß bei einer Pressekonferenz in Wien. Beim Traffic Telematics System wird jeder Lkw mit einem On-Board-Unit mit einem Handy ausgestattet, das die GPS-Positionsdaten bündelt, zwischenspeichert und über die mobile Internettechnologie GPRS (General Packet Radio System) an die zentrale Datenverarbeitungsstelle (Clearing-House) übermittelt. Ein On-Board-Unit soll etwa 2.000 bis 3.000 S kosten.

Keine baulichen Veränderungen notwendig

Das System, für das keine baulichen Maßnahmen erforderlich sind, ist europaweit kompatibel. Funklöcher können dadurch ausgeglichen werden, dass die On-Board-Unit die Daten zwischenspeichert und Rückrechnungen möglich sind. Für eine österreichweite Abdeckung des Road Pricing Systems müssten Berechnungen von Ericsson zufolge rund 100.000 Lkw mit On-Board-Units ausgestattet werden. An Lkw, die nur durch Österreich durchfahren, könnten die On-Board-Units an Grenzstationen vermietet werden. Mautpreller können durch so genannte Enforcement Cars - Autos, die mit spezieller Software ausgestattet sind - eruiert werden.

"Die Zukunft des Mobilfunks gehört dem Datenverkehr"

"Die Zukunft des Mobilfunks gehört dem Datenverkehr. Bis zum Jahr 2005 wird der Datenverkehr mit dem Sprachverkehr in Mobilfunknetzen gleichauf liegen", sagte One-Geschäftsführer Jorgen Bang-Jensen.

One und Ericsson planen europaweit

One und Ericsson rechnen sich "sehr große Chancen" aus, die Asfinag-Ausschreibung zu gewinnen. Bis 28. Mai läuft die Interessentensuche für den Ausstatter der österreichweit geplanten Lkw-Maut, bis Oktober werden drei Kandidaten als Favoriten ermittelt, im Frühjahr 2002 soll der Auftrag vergeben werden. One und Ericsson wollen sich mit dem Traffic Telematics System auch in Deutschland bewerben, wo ebenfalls eine bundesweite Lkw-Maut geplant ist.

Konkurrenz von Siemens und Kapsch

Als Konkurrenten sehen One und Ericsson Road Pricing-System-Anbieter wie Kapsch oder Siemens. Deren Systeme wurden allerdings zumeist auf Mikrowellen-Basis entwickelt. (APA)

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