Schneedecken schmelzen früher

16. Mai 2001, 12:50
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Klimawandel mit Erwärmung - US-Abschied vom Klimaschutz

Salzburg - Um durchschnittlich ein Grad sind die Temperaturen in den vergangenen fünfzig Jahren gestiegen. Das sei scheinbar nicht viel, doch langsam, aber sicher gebe es immer mehr Wintersportregionen, "wo die Schneedecke früher schmilzt", stellte Salzburgs Umweltlandesrat Othmar Raus (S) heute, Dienstag, bei einem Pressegespräch in der Mozartstadt fest. Der Umweltreferent bezog sich dabei auf eine Studie, die im Auftrag des Landes von der Universität für Bodenkultur erstellt wurde.

"Das Kyoto-Abkommen war ein erster Schritt der Staatengemeinschaft in die richtige Richtung. Wenn die USA, die einen riesengroßen Anteil an der Problematik haben, sich nun vom Klimaschutz verabschieden, ist das eine sehr schlechte Nachricht auch für Salzburg", sagte Raus. "Denn ob und wie schnell die Erwärmung fortschreitet hängt davon ab, wie rasch Gegenmaßnahmen ergriffen werden." Salzburg werde seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, "doch sind diese Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", unterstrich der Salzburger Umweltreferent.

Kohlendioxid und Treibhausgase

Die Erklärung der sehr raschen Erwärmung des letzten Jahrhunderts setze in erster Linie bei der Änderung der Zusammensetzung der Atmosphäre an: Durch die steigende Konzentration an Kohlendioxid und anderen so genannten Treibhausgasen (Methan, Lachgas, FCKW, Ozon) stehe dem Klimasystem zunehmend mehr Energie zur Verfügung.

"Einer allein kann sehr wenig erreichen." Internationale Kooperation sei unerlässlich, da regionale Aktivitäten zwar einen notwendigen Beitrag zur Gesamtreduktion leisten, aber regional nicht direkt wirksam werden. Im Klimaschutz sei man aufeinander angewiesen, betonte Raus. "Gerade unsere neuesten Erkenntnisse für Salzburg zeigen, dass für uns viel vom Erfolg des Klimaschutzes abhängt - aus ökologischer aber auch aus wirtschaftlicher Sicht", so der Landesrat.

Im globalen ebenso wie im regionalen und lokalen Maßstab würden Klimaänderungen beobachtet. Vor allem in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten habe sich ein deutlicher Temperaturanstieg abgezeichnet, der im alpinen Bereich noch stärker ausgefallen sei als im globalen Maßstab, erläuterte die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur. Es gebe Hinweise, dass die Erwärmung in den höheren Regionen jene in niedrigeren geringfügig übertrifft.

Experten der Salzburger Landesregierung weisen auch auf eine weitere Gefahr hin: Da der Erwärmungstrend bisher ungebremst fortschreitet, sind innerhalb der nächsten paar Jahrzehnte massive ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen zu befürchten; nicht zuletzt kann es durch das Auftauen von Permafrostböden zu verstärkten Murenabgängen - und damit Gefährdungen von Verkehrswegen - kommen. (APA)

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