"Beutekunstfahnder" suchen auch für Privatsammler

16. Mai 2001, 11:24
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Datenbank soll internationalen Kunstmarkt aufmerksam machen

Magdeburg - Die "Beutekunstfahnder" der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg suchen jetzt über das Internet auch verschollene Kunstwerke von privaten Sammlern. Das teilte die von Bund und Ländern finanzierte Einrichtung am Montag mit. Über eine Datenbank werden nunmehr Tausende Gemälde und Bücher verschiedenster Sammlungen weltweit zugänglich dokumentiert, die ihren Eigentümern während und nach dem Krieg vor allem von den sowjetischen Truppen entwendet wurden.

Internationaler Kunstmarkt angesprochen

Bisher suchte die Stelle auf diesem Wege verschwundene Kunstwerke staatlicher Museen. Unter anderem solle der internationale Kunstmarkt auf die Stücke aufmerksam gemacht werden, sagte Wolf von Trotha, Treuhänder diverser privater Sammlungen. Betroffen sind laut von Trotha unter anderem die Sammlung Arnold (Berlin), die Sammlungen der Herzoglichen Häuser Anhalt und Sachsen-Meiningen (Thüringen), die Fürstlichen Häuser Reuß (Thüringen) und Schönburg-Waldenburg (Sachsen). So fehlten dem Hause Reuß etwa 600 Gemälde, dem Hause Anhalt rund 2000. Auch rund 70.000 Bücher der Bibliothek des Hauses Sachsen-Meiningen seien verschollen.

Die Koordinierungsstelle von Bund und Ländern arbeitet seit 1998 in Magdeburg. Zu ihren Aufgaben gehört neben der Suche nach aus deutschen Museen geraubter Beutekunst auch die Suche und Rückgabe von Kunstwerken, die die Nazis jüdischen Menschen raubten. Die Stelle sucht auch nach Kunstgütern, die die Deutschen während des Krieges in anderen Ländern stahlen.

Internetdatenbank

Vor einem Jahr startete im Internet eine Datenbank, in der inzwischen rund 3,5 Millionen verschollene Kunstobjekte aus rund 330 Museen dokumentiert sind. Seitdem wurde die Datenbank rund 4,7 Millionen Mal angeklickt. (APA)

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