Israelisches Heer beschlagnahmte Waffenarsenal der "Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas"

15. Mai 2001, 10:26
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Möglicherweise Waffenlieferungen aus Ungarn

Budapest - Die israelischen Behörden haben die ungarische Regierung um Untersuchung eines Falls ersucht, bei dem ungarische Waffen in die Hände arabischer Terroristen gelangt seien, berichtet die Budapester Zeitung "Blikk" (Dienstag-Ausgabe). Zu der Waffenlieferung gehörten Maschinengewehre, Panzerfäuste, Tretminen, Raketen, Munition, die im Gaza-Streifen beschlagnahmt wurden. Die Ladung befand sich auf einem Schiff der "Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas" (DFLP). Die von Nayef Hawatmeh geleitete Organisation hat ihre Zentrale in der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Israelische Experten verweisen darauf, dass es sich bei der Ladung der "Santorini" um russische, chinesische und ungarische Waffen gehandelt haben soll. "Diese Waffen wollten die Palästinenser gegen uns einsetzen", erklärte der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer. Der ungarische Botschafter in Tel Aviv, Janos Hovari, versprach eine schnelle Untersuchung des Falles. Ungarischerseits bedürfe es für den Waffenexport dreier Genehmigungen, betonte Zoltan Vezer, Leiter der Abteilung Militärtechnik und Außenhandel im Wirtschaftsministerium. Damit könnte genau der Weg der Waffen verfolgt werden, vom Exporteur bis zum Kunden. Wenn es sich bei der in Israel beschlagnahmten Ladung in der Tat um ungarische Waffen handeln sollte, dann könnte deren Ursprung ermittelt werden, so Vezer. (APA)

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