"Aushungern" von Tumoren misslungen

15. Mai 2001, 10:15
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Erste Tests mit Medikamenten enttäuschend verlaufen

San Francisco - Erste Tests mit Medikamenten, die Krebs "aushungern" sollen, sind eher enttäuschend verlaufen. Wie auf dem Kongress der US-Onkologen in San Francisco bekannt wurde, haben die Medikamente zwar keine Nebenwirkungen, aber auch nur höchst beschränkte Wirkung.

Theoretisch ist das Aushungern der Königsweg der Krebstherapie: Wenn Tumore wachsen, brauchen sie zu ihrer Versorgung Blut. Deshalb bringen sie Blutgefäße zum Wachsen ("Angiogenese"). Könnte man das unterbrechen ("Angiogenese-Inhibition"), würde der Tumor angegriffen, aber nur indirekt. Anders als bei direkten Angriffen, etwa mit Chemotherapien, wäre keine Resistenzbildung zu befürchten.

Und in der Praxis gab es 1998 so sensationelle Erfolge - bis hin zum fast völligen Verschwinden auch großer Tumore -, dass vom "Sieg über den Krebs in fünf Jahren" die Rede war. Man hatte dabei mit Angiogenese-Inhibitoren gearbeitet, die im Körper selbst von Tumoren erzeugt werden, die damit ihre eigenen Metastasen unterdrücken: Endostasin und Angiostasin.

Aber diese Versuche wurden an Mäusen durchgeführt. Jetzt haben die ersten klinischen Tests an Menschen zwar die "Sicherheit" gezeigt, aber es gab kaum Rückbildungen oder auch nur Stillstände von Tumoren. Allerdings litten die Patienten an sehr weit entwickelten Tumoren. Nun soll bei früheren Stadien getestet werden. (jl)

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