Rückgabe von Archivdokumenten an Rothschilds

15. Mai 2001, 09:24
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Russland händigt von Nazis erbeutete Dokumente aus

Das russische Kulturministerium will der legendären Bankiersfamilie Rothschild von den Nazis erbeutete Dokumente über die Familiengeschichte zurückgeben. Wie der Chefkonservator des Ministeriums, Anatoli Wilkow, am Montag sagte, soll binnen einen Monats ein Abkommen zwischen den Rothschilds und der Verwaltung des Lagers geschlossen werden, in dem sich das Archivmaterial befindet. Die Familie müsse für die Kosten für Lagerung und Gutachten aufkommen.

Im Gegenzug hatten die Rothschilds den Russen versprochen, Dokumente von Zar Alexander II. zurückzugeben, die die Bankiersfamilie bei einer Versteigerung gekauft hatte. Die Sammlung soll auch Briefe des Zaren an seine Frau, die Prinzessin Dolgorukow, enthalten.

Nach einem vor zwei Jahren verabschiedeten Gesetz verpflichtet sich Russland zur Rückgabe von Familiensammlungen und Privatarchiven an deren Besitzer. Die Sammlung der Rothschilds hatten die Nazis 1938 in Wien erbeutet. 1945 wurde sie nach Russland gebracht. Unter dem rund 20.000 Seiten fassenden Material befinden sich unter anderem Heiratsverträge, Briefe und biographische Notizen. (APA)

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