OÖ: Drogentherapie in Modulen

15. Mai 2001, 09:05
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Neues Modell soll Motivation bei Suchtpatienten erhöhen

Linz - Mit der Einführung einer neuen modulartigen Therapie feiert die oberösterreichische Drogentherapie-Einrichtung "Erlenhof" ihren 20. Geburtstag. Das Konzept soll die Motivation für Suchttherapie erhöhen, hofft Erlenhof-Leiter Peter Olbrich. Die Finanzierung muss teilweise noch verhandelt werden.

Bei einer Pressekonferenz wurde das neue Modell präsentiert. Die bisher standardisierte Langzeittherapie dauerte zwischen zwölf und 15 Monaten. Das Problem dabei: Viele Süchtige brachen nach einigen Wochen ab und kamen ein halbes Jahr später zurück. "Da diese Verhaltensmuster der Realität entsprechen, haben wir uns überlegt, wie unser Therapieangebot an die Realität angepasst werden kann", erläutert Olbrich.

Ab heuer soll die Langzeittherapie daher in fünf Blöcke aufgespalten werden, dazu zählen etwa Psychotherapie, Berufsorientierung oder die Unterbringung in einer Außenwohngruppe. Am Ende jedes Blocks entscheiden Erlenhof-Mitarbeiter gemeinsam mit dem Patienten, ob ein Modul ausgelassen wird, beispielsweise falls bereits ein Beruf gefunden wurde, oder wiederholt wird.

Die Idee hinter der Aufsplittung steht die Hoffnung, gesteckte Ziele leichter zu erreichen. Viele Klienten würden sich am Beginn nicht eingestehen, dass sie an einer Krankheit leiden, sie können sich daher eine Langzeittherapie nicht vorstellen. Erst im Laufe der Therapie komme die Selbsterkenntnis, dafür können aber auch Rückfälle notwendig sein.

Die Kosten sollen weiter höchstens bei 500.000 bis 700.000 Schilling pro Patient liegen. Beim Land Oberösterreich will man das neue Konzept finanziell mittragen, wie es in anderen Bundesländern aussieht, ist noch fraglich. Sobald Patienten von dort kommen, will man dem Kostenträger das neue Modell erklären. Ist dieser nicht davon überzeugt, ist die traditionelle Therapie aber weiter im Programm. (moe, DER STANDARD Print-Ausgabe 15.Mai 2001)

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