Menschenhändlerring nach einem Jahr Ermittlung ausgehoben

14. Mai 2001, 21:10
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Verdächtige sollen auch österreichische Bordelle "beliefert" haben

Berlin/Innsbruck - Ein vom Raum Berlin aus agierender russischer Menschenhändlerring, der Frauen unter anderem auch in Tiroler Bordelle gebracht haben soll, konnte nun ausgehoben werden. Wie die Gendarmerie am Montag mitteilte, wurden insgesamt 16 Personen der russischen Tätergruppierung im Raum Berlin verhaftet. Ihnen droht nun eine Anklage wegen des Verdachts des Menschenhandels, Förderung der Prostitution und Vergewaltigung.

Bereits seit einem Jahr ermittelte das Bundeskriminalamt Berlin auf Grund von Hinweisen der Behörden aus Weißrussland sowie der Frauen, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen worden waren. Wie die Ermittlungen ergaben, wurden die Frauen unter falschen Versprechungen von Agenturen in Weißrussland angeworben und über Polen nach Deutschland in Bordelle gebracht. Dort seien die etwa 20-Jährigen gezwungen worden, regelmäßig Geld an den Täterkreis abzuliefern. Bei einem "Fehlverhalten" sollen die Frauen "finanziell und körperlich" bestraft worden sein.

Einige Zeit später waren die Frauen an andere Bordelle weiterverkauft oder in ihre Heimat zurückgebracht worden. Da sich der Verdacht erhärtet hatte, dass einige Frauen von Deutschland aus auch in verschiedene österreichische einschlägige Etablissements gebracht worden waren, wurden die Ermittlungen ausgedehnt. An den Razzien und Hausdurchsuchungen in ganz Österreich, Deutschland und Weißrussland waren mehr als 700 Beamte beteiligt.
(APA)

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