Deutschland: Nach vermisster Peggy wird nun mit Tornados gesucht

14. Mai 2001, 21:05
posten

Polizei geht von Verbrechen aus - Sprecher: "Können so gut wie nichts ausschließen"

Lichtenberg - Eine Woche nach dem spurlosen Verschwinden der kleinen Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg geht die Polizei nun von einem Verbrechen aus. Außerdem wurde die Belohnung für Hinweise am Montag auf 55.000 Mark (28.121 Euro/386.954 S) aufgestockt. "Wir suchen nach der Leiche", räumte die Polizei am Montagabend ein. Möglicherweise können bereits am Dienstag Tornados der Bundeswehr bei der Suche helfen. Einem Amtshilfeersuchen der Polizei sei zugestimmt worden, teilte Montag Abend ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin mit.

Mit hochauflösenden Spezialkameras in den Maschinen wollen die Beamten Auffälligkeiten in den Wäldern rund um Lichtenberg entdecken. Tornados waren auch bei der Suche nach der kleinen Ulrike aus Eberswalde im Februar eingesetzt worden - aber ohne Erfolg. Experten bezweifeln zudem im Fall Peggy, dass die Kameras mit ihren Aufnahmen durch die Kronen der dicht an dicht stehenden Bäume dringen.

Ein Höhlenforscher suchte am Montag ehemalige Bergwerksstollen sowie schwer zugängliche Höhlen und Grotten in dem zerklüfteten Gebiet rund um den 1.200-Einwohner-Ort ab. Auch Flüsse, Teiche, Stauwehre und Kläranlagen nahmen die Einsatzkräfte erneut unter die Lupe.

55.000 DM für Hinweise zur Aufklärung

Das bayerische Landeskriminalamt erhöhte die Belohnung von 10.000 auf 50.000 DM. Zusammen mit den 5.000 DM der Hofer "Frankenpost" stehen damit 55.000 DM für Hinweise zur Aufklärung zur Verfügung. Inzwischen sind annähernd 500 Hinweise aus dem ganzen Bundesgebiet und der Tschechischen Republik eingegangen. Trotzdem gibt es bisher nicht die geringsten Erkenntnisse über das Schicksal des Mädchens. Seit dem Wochenende werden an den Grenzübergängen Selb-Asch und Schirnding-Eger auch Flugblätter in tschechischer Sprache mit Peggys Bild verteilt.

Nach wie vor keine konkreten Erkenntnisse haben die Beamten über einen roten Mercedes mit vermutlich tschechischem Kennzeichen. In diesen Wagen soll die Schülerin am vergangenen Montag Zeugenberichten zufolge ein-, aber auch wieder ausgestiegen sein. Das Augenmerk der Ermittler richtet sich auch auf die böhmische Stadt Eger, etwa 50 Kilometer südöstlich von Lichtenberg, sowie die dortige Kinderpornoszene. Ein Zusammenhang sei nicht auszuschließen, sagte Polizeisprecher Dieter Czerner, schränkte aber zugleich ein: "Bei dem wenigen, was wir bisher wissen, können wir auch so gut wie nichts ausschließen." (APA/dpa)

Share if you care.